Heute ist der 12.05.2026 und die Nachrichten aus Gießen geben wieder einmal Anlass zur Diskussion. An der Gießener Liebigschule, wo vor einem Jahr eine Online-Umfrage mit rechtsextremen Abi-Sprüchen für Aufregung sorgte, wurden nun Konsequenzen gezogen. Die Schüler hatten im Mai 2025 anonym Vorschläge für ihr Abi-Motto gesammelt. Was dabei herauskam, war mehr als nur bedenklich: Antisemitische, rassistische und diskriminierende Sprüche, darunter der meistgewählte Vorschlag „NSDABI – Verbrennt den Duden“, eine klare Anspielung auf die NSDAP. Solche Äußerungen machen fassungslos und werfen ein schreckliches Licht auf den Zustand unserer Gesellschaft.
Die Schule handelte, wenn man das so nennen kann. Mehrere Schüler der zwölften Klasse wurden von der feierlichen Zeugnisvergabe im Juni ausgeschlossen. Diese Entscheidung traf die Klassenkonferenz der Schule, und das Staatliche Schulamt Gießen bestätigte sie auf Anfrage. Obwohl einige Eltern gegen diese Maßnahme Widerspruch einlegten, bleibt unklar, wie viele Schüler tatsächlich betroffen sind. Der Schulleiter hat sich bislang nicht weiter zu den Vorfällen geäußert. Die Online-Abstimmung war übrigens nicht offiziell von der Schule initiiert, was die Situation nicht einfacher macht. Mehrfach-Abstimmungen waren möglich, und die Schule hat die Vorfälle scharf verurteilt, externe Beratungsstellen einbezogen und ihre Präventionsarbeit verstärkt.
Rechtsextremismus an Schulen
Die Gießener Ereignisse sind kein Einzelfall. Laut aktuellen Berichten nehmen rechtsextreme Vorfälle an Schulen in Deutschland zu. Es ist alarmierend, dass solche Äußerungen nicht nur in der Anonymität des Internets produziert werden, sondern auch in einer schulischen Umgebung, die eigentlich für Toleranz und Respekt stehen sollte. Die Polizei und Staatsanwaltschaft haben sich in diesem Fall eingeschaltet; die Ermittlungen wegen Volksverhetzung sind weitgehend abgeschlossen, aber eine finale Entscheidung steht noch aus. Das gibt zu denken.
In der Öffentlichkeit wird das Thema zunehmend ernst genommen. Schüler, Lehrer und Eltern sind gefordert, sich gegen diese Strömungen zu positionieren. Schulen müssen nicht nur präventiv arbeiten, sondern auch aktiv gegen solche Äußerungen vorgehen. Die Zunahme von extremistischen Vorfällen zeigt, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, um ein respektvolles Miteinander zu fördern.
Das Beispiel der Liebigschule könnte als Weckruf dienen. Hier geht es nicht nur um ein paar unüberlegte Sprüche, sondern um die Werte, die wir unseren Jugendlichen vermitteln. Es bleibt zu hoffen, dass die Schule und die Gesellschaft aus diesen Vorfällen lernen und geeignete Schritte unternehmen, um ein sicheres und respektvolles Umfeld für alle zu schaffen.