In Biebesheim, einer kleinen Gemeinde im Kreis Groß-Gerau, hat eine Frau eine hohe Anzahl Asiatischer Hornissen beobachtet. Das ist an sich schon nicht alltäglich, doch die Situation wird noch spannender, wenn man bedenkt, dass diese Hornissen ursprünglich aus Südostasien stammen. Die Frau vermutet, dass sich in der Nähe ein neues Nest gebildet hat, was ihr Sorgen bereitet. Auf sozialen Medien hat sie ihre Beobachtungen geteilt, in der Hoffnung, dass jemand helfen kann. Doch die Behörden sind wenig hilfsbereit und haben bereits klargestellt, dass sie sich nicht um die Hornissen kümmern werden. Das bedeutet für die Frau, dass sie die Kosten für die Entfernung selbst tragen muss. Eine echte Herausforderung, besonders weil sie hofft, dass die ansässigen Imker Unterstützung bieten können.

Was macht die Situation noch komplizierter? Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gehört zur Unterfamilie der „Echten Wespen“ und ist kleiner als die Europäische Hornisse. Diese Art hat einen dunkleren Körper und gelbe Füße. Ihre Nester können bis zu 2.000 Hornissen beherbergen – eine beeindruckende Zahl im Vergleich zu den maximal 700 Individuen der Europäischen Hornisse. Man findet die Nester oft in Schuppen oder Rollladenkästen, und im Hochsommer werden sie häufig in Baumwipfeln verlegt. Obwohl die Asiatische Hornisse problematisch für die Biodiversität und die Imkerei sein kann, ist sie normalerweise nicht aggressiv, solange man sich nicht dem Nest nähert. Ihr Stich ist zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlicher als der einer Europäischen Hornisse.

Der Umgang mit der Asiatischen Hornisse

Wenn jemand eine Asiatische Hornisse sieht, sollte unbedingt sichergestellt werden, dass es sich auch wirklich um diese Art handelt. Die Sichtungen sollten über die Meldeplattform des jeweiligen Bundeslandes gemeldet werden. Und das ist besonders wichtig, denn seit 2025 gilt die Asiatische Hornisse in Deutschland als „etabliert“, was bedeutet, dass sie nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben zur Früherkennung unterliegt. Dies gibt sicherlich zu denken – denn die Art breitet sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 km pro Jahr aus, begünstigt durch milde Winter. Der erste Nachweis in Deutschland erfolgte 2014 in Waghäusel, und seitdem hat sich die Situation für die heimische Fauna nicht unbedingt verbessert.

Die EU hat Vespa velutina bereits 2016 auf die Unionsliste invasiver Arten gesetzt, und es gibt strenge Vorschriften, die den Umgang mit dieser Art regeln. Ab März 2025 besteht keine Meldepflicht mehr nach Artikel 16 der EU-Verordnung, da sie als etabliert eingestuft ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass man die Hornissen einfach ignorieren sollte. Funde sollten weiterhin den zuständigen Behörden gemeldet werden, um die Situation im Griff zu behalten. Das Nest wird verteidigt, sobald die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, und der Umgang damit sollte geschulten Personen, wie Schädlingsbekämpfern, überlassen werden, um unerwünschte Folgen zu vermeiden.

Fest steht, dass der Einsatz von Lockfallen, etwa mit Bier oder Apfelsaft, vermieden werden sollte, da sie nicht spezifisch sind und auch geschützte Arten als Beifang fangen können. Diese komplexe Situation rund um die Asiatische Hornisse zeigt, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll mit unserer Natur umzugehen. Ein Workshop des Umweltbundesamtes im Juni 2025 hat Kommunen bereits hilfreiche Tipps für den Umgang mit invasiven Insektenarten gegeben, speziell zur Asiatischen Hornisse.

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