Heute ist der 19. Mai 2026, und im Schwalm-Eder-Kreis steht ein bedeutender Wechsel an: Dr. Michael Kreutzmann gibt nach 20 Jahren sein Amt als Vorsitzender des Kreistags ab. Am 18. Mai hat er die Verantwortung an Dr. Edgar Franke von der SPD übergeben. Kreutzmann, der mit 74 Jahren auf eine beeindruckende politische Laufbahn zurückblickt, hat insgesamt 25 Jahre im Kreistag gedient. Er war nie Berufspolitiker, sondern arbeitete als selbstständiger Rechtsanwalt. Ein bunter Mix aus politischen Debatten, viel Engagement und natürlich auch persönlichen Momenten prägt seine Zeit im Amt.
In seinen letzten Tagen als Vorsitzender hat Kreutzmann seine Pläne für die Zukunft klar umrissen: mehr Zeit für die Familie, die Enkelkinder, Freizeitaktivitäten und natürlich das Lesen. Man kann sich gut vorstellen, wie er mit einem dicken Wälzer in der Hand auf der Terrasse sitzt, während die Enkel um ihn herumtollen. Kreutzmanns politische Karriere begann als stellvertretender Kreistagsvorsitzender, bevor er 2006 den Posten des Vorsitzenden übernahm. In dieser Zeit hat er viele Herausforderungen gemeistert, darunter auch den umstrittenen Krankenhausverkauf in Homberg und die Corona-Pandemie, die er als die schwierigste Zeit seiner Amtszeit bezeichnet.
Politische Höhepunkte und Herausforderungen
Besonders wichtig war ihm die Videoübertragung von Kreistagssitzungen, um die politische Arbeit transparenter zu gestalten. Kreutzmann hat auch die Partnerschaft mit dem polnischen Landkreis Piła stets als bedeutendes Thema hervorgehoben. Diese Partnerschaft wurde erst jüngst bei einem Besuch einer Delegation aus Politik und Verwaltung des Schwalm-Eder-Kreises vertieft. Der Anlass war der 25. Jahrestag der Partnerschaft, und es war der erste Besuch nach den Kommunalwahlen in Polen, bei denen die Bürgerplattform die politische Führung im Landkreis Piła übernommen hat.
Doch Kreutzmann war nicht nur im Ausland aktiv. Auch im Inland hat er immer wieder soziale Projekte unterstützt. So flossen beispielsweise 2.000 Euro an den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Fritzlar/Nordhessen, eine Spende, die sich aus der Unterstützung des Kreistags und der Kreissparkasse zusammensetzte. Solche Initiativen zeigen, dass Kommunalpolitik nicht nur aus reiner Verwaltung besteht, sondern auch das Herz der Gemeinschaft berührt.
Ein Abschied mit Weitsicht
Sein Nachfolger, Dr. Edgar Franke, erhält von Kreutzmann den Rat, Ruhe zu bewahren und sachlich zu bleiben. In einer Zeit, in der viele politische Debatten hitzig geführt werden, könnte dies ein wertvoller Ratschlag sein. Kreutzmann selbst hat viele politische Debatten erlebt und betont die Wichtigkeit von Sachlichkeit und Vorbereitung. Er möchte nach seinem Rücktritt wirklich aufhören und strebt kein neues politisches Amt an. Das ist, ehrlich gesagt, eine erfrischende Einstellung in einer Welt, in der viele Politiker immer weiter nach oben streben.
Die Kommunalpolitik, in der Kreutzmann so lange aktiv war, befasst sich mit den kleinen, aber entscheidenden Themen des Alltags. Von Bauvorhaben über Schulen bis hin zu sozialen Einrichtungen – all das beeinflusst das Leben der Bürger. Entscheidungen werden im Gemeinderat getroffen, und die Bürger haben die Möglichkeit, durch öffentliche Sitzungen und Bürgerforen Einfluss zu nehmen. Die Arbeit im Kreistag ist also nicht nur ein Job, sondern auch eine Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft.
Ein Abschied, der gleichzeitig ein Neuanfang ist – sowohl für Kreutzmann als auch für seinen Nachfolger. Wir werden sehen, wie sich die politische Landschaft im Schwalm-Eder-Kreis weiterentwickelt. Doch eines ist sicher: Die Erfahrungen und der Einsatz von Dr. Michael Kreutzmann werden in Erinnerung bleiben. Wer weiß, vielleicht sieht man ihn bald mit einem Buch in der Hand oder bei einem Ausflug mit der Familie, während er die politischen Debatten hinter sich lässt.