Fachexkursion zur Schafhaltung und Landschaftspflege im Vogelsbergkreis
Im malerischen Vogelsbergkreis fand kürzlich eine besondere Fachexkursion zur Schafhaltung und Landschaftspflege statt. Organisiert vom Amt für Wirtschaft und ländlichen Raum in Zusammenarbeit mit dem Schafhalterverein Vogelsberg, diente das Event dem traditionellen Austausch zwischen Fachdelegationen aus Thüringen und dem Vogelsbergkreis. Der Ursprung dieser Exkursion geht auf die langjährige Freundschaft zwischen der Familie Schönfeld und dem Kreisschäfermeister Bartholomé zurück, was die Veranstaltung besonders herzerwärmend machte.
Der erste Kreisbeigeordnete Patrick Krug hieß alle Teilnehmer herzlich willkommen und hob die immense Bedeutung der Schafhaltung für die Kulturlandschaft hervor. Ein spannendes Vormittagsprogramm wartete auf die Anwesenden, das mit drei Vorträgen aufwartete. Felix Rössing beleuchtete die „Kosten der Biotoppflege mit Schafen und Mutterkühen“, während Thassilo Görgen den „Markteintritt für das Vogelsberger Rote Höhenvieh“ thematisierte. Lorenz Kock und ein Direktvermarkter stellten die Regionalmarke „Vogelsberg ORIGINAL“ vor, ein Konzept, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird.
Besuch bei der Schäferei
Am Nachmittag stand ein Besuch der Schäferei von Florian Vierheller am Breungeshainer Hang auf dem Programm. Hier konnten die Teilnehmer einen neugebauten Stall und die Schafherde in Augenschein nehmen. Martha Kindig informierte über verschiedene Naturschutzmaßnahmen — dazu gehörten unter anderem die Schaftränke und die Bekämpfung von Lupinen. Diese Themen sind nicht nur für die Schafhaltung, sondern auch für die Erhaltung der regionalen Biodiversität von großer Bedeutung, denn Herausforderungen wie die Blauzungenkrankheit und der Herdenschutz stellen Landwirte vor große Herausforderungen.
Die Regionalmarke „Vogelsberg ORIGINAL“ unterstützt die Vermarktung regionaler Produkte und ist ein wichtiger Bestandteil dieser Landschaftspflege. In den Jahren 2019 und 2020 wurden Wettbewerbe mit dem Titel „Die Besten 100“ durchgeführt, die die Vielzahl regional-typischer Produkte im Bereich Food und Non-Food hervorhoben. Es ist nicht zu übersehen, dass die Zahl „100“ nicht als Obergrenze zu verstehen ist, sondern vielmehr für die Vielfalt steht. Eine unabhängige Jury wählt Produkte aus, die mit dem Label der Regionalmarke ausgezeichnet werden dürfen, und es finden regelmäßig Jurysitzungen zur Prämierung weiterer Produkte statt.
Ökologische Schafhaltung im Fokus
Ein weiterer spannender Aspekt der Schafhaltung, der oft nicht genug Beachtung findet, sind die Haltungsbedingungen. Die Gesundheit der Schafe hängt stark von den Bedingungen im Stall und auf der Weide sowie einer ausgewogenen, artgerechten Ernährung ab. Regelmäßige Gesundheitschecks und ausreichender Auslauf sind unerlässlich, um Krankheiten vorzubeugen. In der ökologischen Schafhaltung ist der prophylaktische Einsatz chemisch-synthetischer Arzneimittel, einschließlich Antibiotika, strikt verboten. Stattdessen kommen natürliche Methoden wie Weidewechsel und gezielte Fütterung zum Einsatz, um die Abwehrkräfte der Tiere zu unterstützen.
Tierwohl umfasst nicht nur die Gesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden der Schafe. Indikatoren wie der Gesundheitszustand und das Ruheverhalten sind entscheidend, um die Lebensqualität der Tiere zu gewährleisten. Eingriffe am Tier werden in der ökologischen Schafhaltung auf ein Minimum reduziert und erfolgen nur aus gesundheitlichen Gründen. Die Schafhaltung im Vogelsbergkreis zeigt also, dass Tradition und moderne Ansätze Hand in Hand gehen können, um eine nachhaltige Zukunft für die Landwirtschaft zu gestalten.
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