Im Vogelsbergkreis, also im benachbarten Deutschland, gibt es gerade ein großes Aufsehen um die gelbe Tonne. Diese ist nämlich überfüllt! Johanna Boß, die Büroleiterin beim Zweckverband Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis (ZAV), hat nun dazu aufgerufen, die Mülltrennung ernst zu nehmen. Denn Fehlbefüllungen, also Abfall in den falschen Tonnen, stellen ein echtes Problem dar. Um dem entgegenzuwirken, startet das Duale System intensive Kontrollen in Wartenberg. Die Gemeinde wurde unter anderem aufgrund des Leerungsterminkalenders für diese Kontrollen ausgewählt.
Es ist schon bemerkenswert: Im Vogelsbergkreis werden jährlich 48 kg Abfall pro Bürger in der gelben Tonne gesammelt, was über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 32 kg liegt. Ein Grund mehr, die Bürger für das richtige Trennen von Müll zu sensibilisieren! Bei nicht zulässigem Inhalt wird die gelbe Tonne übrigens nicht geleert und erhält einen Aufkleber zur Nachsortierung. Diese Maßnahme soll helfen, das Bewusstsein für die korrekte Mülltrennung zu schärfen.
Das Duale System in Deutschland
Das Duale System ist seit 1991 in Deutschland etabliert und bietet ein zusätzliches Entsorgungssystem für Verkaufsverpackungen. Gelb ist hierbei die Erkennungsfarbe. Die Verpackungsverordnung, die 1991 in Kraft trat, verpflichtet die Wirtschaft zur Rücknahme und Verwertung von Verpackungen. Vor dieser Regelung waren die Gemeinden für die Abfallentsorgung zuständig. Das System ermöglicht eine kollektive Sammlung, die Unternehmen von ihrer individuellen Rücknahmepflicht befreit. So haben sich Unternehmen der Lebensmittel- und Verpackungsbranche zusammengeschlossen, um die Verwertungspflichten zu erfüllen.
Apropos Verpackungen: Seit der Novelle der Verpackungsverordnung im Jahr 2009 müssen Hersteller und Vertreiber ihre Verpackungen an einem dualen System beteiligen. Ursprünglich war es nötig, dass Verpackungen, die am dualen System teilnahmen, gekennzeichnet waren. Bis 2003 wurde nur der Grüne Punkt verwendet, doch seit 2009 gibt es keine Kennzeichnungspflicht mehr. Alle Verkaufsverpackungen müssen am dualen System teilnehmen.
Falsche Inhalte und deren Folgen
Ein nicht ganz unwichtiges Thema in diesem Zusammenhang ist die falsche Entsorgung von Abfällen. Bundesweit werden 30% der Abfälle falsch entsorgt, was sich als ungenutztes Potenzial herausstellt. Falsche Inhalte in der gelben Tonne können nicht nur das Recycling verhindern, sondern führen auch zur Verbrennung der Materialien. Dabei ist es so einfach: In die gelbe Tonne gehören nur leere Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen. Sie sollten möglichst „löffelrein“ sein, müssen aber nicht gespült werden. Deckel und Schraubverschlüsse sollten zudem getrennt werden.
Was gehört also nicht in die gelbe Tonne? Bioabfälle, Essensreste, Windeln, Hygieneartikel, Glas sowie Papier und Karton sind dort absolut fehl am Platz. In der Dienststelle des ZAV in Lauterbach gibt es zudem Informationen zur richtigen Abfalltrennung. Außerdem ist ein Abfallkalender online verfügbar, der den Bürgern hilft, Ordnung in ihre Mülltrennung zu bringen.
Die Situation im Vogelsbergkreis ist damit ein spannendes Beispiel für die Herausforderungen, die mit der Mülltrennung einhergehen. Die intensiven Kontrollen könnten ein Weg sein, die Bürger für das Thema zu sensibilisieren und so einen Beitrag zur Müllvermeidung und zum Recycling zu leisten. Wir sind gespannt, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Maßnahmen fruchten!