Heute ist der 29.04.2026 im Werra-Meißner-Kreis ein bedeutender Tag für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Auf der Frühjahrssynode in Hofgeismar wurden umfassende Reformen für den Pfarrberuf beschlossen, die ab 2029 in Kraft treten sollen. Diese Reformen zielen darauf ab, die Arbeitsbedingungen für Pfarrerinnen und Pfarrer zu verbessern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern.

Ein zentrales Element der Reformen ist die Umstellung auf privatrechtliche Anstellungen für Pfarrerinnen und Pfarrer. Außerdem wird eine verbindliche Wochenarbeitszeit eingeführt, die ab dem 1. Januar 2027 bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 41 Stunden liegen soll. Für Personen ab 60 Jahren und Schwerbehinderte wird die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden reduziert. Die bisherigen Empfehlungen sahen eine Arbeitszeit von 48 Stunden pro Woche bei einer Sechs-Tage-Woche vor. Dieses neue Arbeitszeitmodell basiert auf einem Terminstundenmodell, das sowohl planbare Termine als auch Vor- und Nachbereitungszeiten umfasst. Ziel ist es, die Arbeitsbelastung transparenter zu gestalten.

Neuer Ansatz für Gemeindeleitung

Zusätzlich zur Überarbeitung der Arbeitsbedingungen wird auch die Grundordnung der EKKW neu gestaltet. Diese neue Ordnung soll die „Kirche vor Ort“ stärken und sieht neue Rollen für Pfarrerinnen und Pfarrer in den Kirchenvorständen vor. Dr. Katharina Apel, Vizepräsidentin der EKKW, betonte, dass Gemeinde dort stattfindet, wo Menschen Evangelium feiern, lehren, lernen und Nächstenliebe leben. Künftig müssen Pfarrerinnen und Pfarrer nicht mehr zwingend den Vorsitz oder die Geschäftsführung des Kirchenvorstands übernehmen, was eine erhebliche Entlastung für die Seelsorger darstellt.

Die Reformen zielen darauf ab, die Entscheidungsfindung innerhalb der Gemeinden zu demokratisieren. Beschlüsse sollen auch ohne die Anwesenheit von Pfarrern möglich sein, was die Partizipation und Transparenz innerhalb der Gemeindeleitung fördern soll. Aktuell sind rund 658 Pfarrerinnen und Pfarrer im aktiven Dienst, jedoch sind mehr als 60 Stellen unbesetzt. Angesichts der Tatsache, dass bis 2037 etwa zwei Drittel des aktuellen Personals in den Ruhestand gehen werden, ist eine solche Reform dringend notwendig, um die Seelsorge in den Gemeinden auch in Zukunft sicherzustellen.

Umgang mit Herausforderungen

Neben den Reformen im Pfarrberuf wurden auf der Synode auch weitere drängende Themen angesprochen. Der Umgang mit sexualisierter Gewalt sowie Präventionsmaßnahmen standen ebenfalls auf der Agenda. Die Gebäudestrategie der Landeskirche zeigt, dass die EKKW sich nicht nur um die personellen, sondern auch um die strukturellen Herausforderungen kümmert, die die Kirche in der heutigen Zeit betreffen.

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Insgesamt sind die beschlossenen Reformen ein wichtiger Schritt, um die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck zukunftsfähig aufzustellen. Die Veränderungen sollen dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Kirche als Gemeinschaft zu stärken. Mehr Informationen zu den Reformen finden Sie in der HNA und auf der offiziellen Webseite der EKKW.