Im Wetteraukreis tut sich einiges – und das nicht zuletzt dank der unermüdlichen Arbeit von Bernd-Uwe Domes. Fast zwei Jahrzehnte lang hat er die Wirtschafts- und Regionalentwicklung in dieser Region geprägt. Jetzt, im Ruhestand, plant er, mehr Zeit auf seinem Familienhof zu verbringen, aber seine Leidenschaft für die Region bleibt ungebrochen. Domes empfiehlt dringend, dass Gedern, Ortenberg und Hirzenhain eine Kooperation eingehen, um als Mittelzentrum höhere Schlüsselzuweisungen zu erhalten. Denn in der Vergangenheit hat die Region viele Arbeitsplätze in der Industrie verloren, insbesondere im oberen Niddertal, wo ganze 30% der Arbeitsplätze weggefallen sind.

Die gute Nachricht? Ab 2010 wurde eine Trendwende festgestellt: Der Wetteraukreis zählt mittlerweile zu den am stärksten wachsenden Landkreisen in Deutschland. Diese positive Entwicklung wird durch negative Agglomerationseffekte im Ballungsraum und eine Neubewertung des ländlichen Raums begünstigt. Junge Familien zieht es in ländliche Regionen, da sich die Lebenssituation im Verdichtungsraum verschlechtert hat. Domes hebt hervor, dass die Kernstädte Büdingen und Nidda voraussichtlich stark wachsen werden, während kleinere Dörfer eher Schwierigkeiten haben.

Interkommunale Zusammenarbeit als Schlüssel

Ein Beispiel für erfolgreiche Kooperation ist der interkommunale Gewerbepark „IGO Green“, der zeigt, wie interkommunale Zusammenarbeit die Region stärken kann. Das Leader-Programm hat ebenfalls zur Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit beigetragen. LEADER, ein Förderinstrument der Europäischen Union, zielt darauf ab, ländliche Regionen zukunftsfähig zu gestalten. Dabei werden Ideen der Bevölkerung vor Ort in den Entwicklungsprozess einbezogen. In Baden-Württemberg beispielsweise wird das LEADER-Förderprogramm in 20 Regionen umgesetzt, und es stehen in der Förderperiode 2023-2027 beeindruckende 76 Millionen Euro öffentliche Mittel für Projekte zur Verfügung.

Domes, der im ländlichen Raum groß geworden ist und an der Goethe-Universität Frankfurt Politikwissenschaften studierte, sieht die Notwendigkeit eines neuen Raumbildes für den Altkreis Büdingen. Die wichtigste Finanzierungsquelle der Kommunen ist die Einkommensteuer, die über 50% ausmacht. Zudem betont er, dass für die bevorstehende Landesgartenschau mehr Betreuungseinrichtungen und Digitaltechnik erforderlich sind. Ein gescheiterter Antrag für ein Mobilitätsmodellprojekt war eine Enttäuschung für ihn, aber er bleibt optimistisch und empfiehlt, eine Machbarkeitsstudie für die gemeinsame Siedlungsentwicklung entlang der B275 zu erstellen.

Mit seinen Erfahrungen aus 15 Jahren an einem Institut für berufliche Bildung und der Leitung der Wirtschaftsförderung Wetterau ab 2013 hat Domes einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Raumentwicklung in ländlichen Regionen geleistet. Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung, die aus seinen Bemühungen hervorging, gilt als zukunftsweisendes Modell. Doch trotz der positiven Entwicklungen gibt es Herausforderungen, die angepackt werden müssen. Domes bleibt ein leidenschaftlicher Fürsprecher für die Region und deren interkommunale Zusammenarbeit.

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