Heute ist der 8.06.2026 und in Wandsbek stehen die kommenden Ereignisse ganz im Zeichen der Erinnerungskultur. Am Montag, den 15. Juni 2026, findet im Curiohaus eine bedeutsame Veranstaltung statt, die sich mit einem dunklen Kapitel der Geschichte auseinandersetzt. Unter dem Titel „Ich habe nur Befehle ausgeführt – die fehlende Reue der Täterinnen und Täter“ wird der Vortrag von Stefan Romey von 19 bis 21 Uhr die Entstehungsgeschichte des KZ-Außenlagers Wandsbek beleuchten. Ein Thema, das nicht nur historisch relevant ist, sondern auch einen tiefen Einblick in menschliches Verhalten und die Verantwortung Einzelner bietet.

Das Außenlager des KZ Neuengamme wurde im Juni 1944 gegründet und war ein Ort enormer Grausamkeit. Über 500 Frauen aus verschiedenen Ländern wurden gezwungen, Gasmasken herzustellen. Die Arbeitsbedingungen waren alles andere als human: 12-Stunden-Schichten, tägliche Misshandlungen und Schikanen waren an der Tagesordnung. Besonders erschreckend war der SS-Lagerführer Johannes Steenbock, der für den Tod mehrerer Häftlinge verantwortlich war und jegliche Schuldgefühle oder Reue vermissen ließ. Diese Tatsachen bieten viel Raum für Diskussion und Reflexion, was auch im Rahmen der Curiohaus-Prozesse thematisiert wird.

Die Curiohaus-Prozesse und ihre Bedeutung

Im Rahmen des Vortrags wird der sogenannte Wandsbek Case analysiert – ein Vergleich zwischen den Aussagen der Täterinnen und Täter sowie den Berichten der Häftlinge. Es ist ein Thema, das uns alle angeht und zum Nachdenken anregt. Wie gehen wir mit der Vergangenheit um? Was können wir aus den Fehlern der Geschichte lernen? Die Bezirksversammlung Wandsbek hat sich bereits intensiv mit der Erinnerungsarbeit beschäftigt und plant die Errichtung einer Gedenkstätte am Ort des ehemaligen KZ. Der „Wandsbeker Weg der Erinnerung an Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus“ ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Diese Veranstaltung ist nicht nur eine Gelegenheit, um mehr über die Geschichte zu erfahren, sondern auch, um sich aktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen. Die Erinnerung an die Opfer und die Reflexion über die Taten der Täter sind von entscheidender Bedeutung für unsere Gesellschaft. Wer Interesse hat, sollte sich dieses Datum im Kalender markieren und die Gelegenheit nutzen, sich mit einem Kapitel der Geschichte zu beschäftigen, das oft verdrängt wird. Das Curiohaus in der Rothenbaumchaussee 15 ist der Ort, an dem wir uns gemeinsam mit der Vergangenheit auseinandersetzen können. Für einen Abend, der nicht nur informativ, sondern auch emotional aufwühlend sein wird, ist die Teilnahme mehr als empfehlenswert.