Die Biologische Station Osterholz feiert in diesem Jahr gleich mehrere Jubiläen: 40 Jahre Bios, 25 Jahre KNV und 10 Jahre Ökologische Station. Ein Grund zum Feiern, aber auch ein Anlass, über die Herausforderungen im Naturschutz nachzudenken. Christina Muck, die seit vier Jahren als Geschäftsführerin die Geschicke der Station leitet, fordert eine dauerhafte und weniger projektbezogene Finanzierung für Naturschutzaufgaben. Ihrer Meinung nach ist das Engagement für die Natur keine kurzfristige Aufgabe, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Dabei kritisiert sie die Bundesregierung für ihre unzureichenden Maßnahmen im Klima- und Umweltschutz und warnt vor den Folgen des Bauturbos und unkontrollierten Bauens, die die Wohnqualität gefährden könnten. Die Herausforderung, langfristige Lösungen für den Moorschutz zu finden, ist ihr ein großes Anliegen.

Die Biologische Station selbst setzt sich mit einem beeindruckenden Portfolio für den Schutz von Mooren, Gewässern und Arten ein. Auf rund 15.000 Hektar geschützten Gebiets wird aktiv gearbeitet. In Zusammenarbeit mit 20 Schulen wird die Umweltbildung ausgebaut, um das Bewusstsein der jungen Generation für die Bedeutung der Natur zu schärfen. Besonders spannend sind die regelmäßigen Führungen durchs Ahrensfelder Moor, die am 22., 27. und 28. Mai stattfinden. Hier können Grundschüler unter fachkundiger Anleitung die Wunder der Natur hautnah erleben. Treffpunkt ist der Ahrensfelder Damm/Weyerdamm.

Moorschutz als Schlüssel zum Klimaschutz

Doch was macht die Moore so wichtig? Moore sind entscheidend für den Klimaschutz, denn sie fungieren als effektive Kohlenstoffspeicher. Intakte Moore können mehr Kohlenstoff binden als Wälder – das ist doch mal eine Ansage! Die Greensurance Stiftung hat sich seit 2015 dem Schutz und der Renaturierung von Moorlandschaften verschrieben und fördert nachhaltige Projekte zur Wiederherstellung bedrohter Ökosysteme. Moore bieten nicht nur Hochwasserschutz, sondern auch Schutz vor Trockenperioden für die umliegenden Ökosysteme. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, den auch Christina Muck unterstützt. Sie betont immer wieder, dass wir die Natur nicht als Projekt sehen dürfen. Es geht um dauerhafte Lösungen.

Gerade in diesem Zusammenhang sind die neuen Förderrichtlinien des Bundesumweltministeriums von Bedeutung. Im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) liegt ein Schwerpunkt auf dem Moorbodenschutz. Die neuen Programme zielen darauf ab, die Wiedervernässung von Moorböden strukturiert und planvoll voranzutreiben. Auch die Förderung kleiner, naturschutzbedeutsamer Moore fällt darunter. Bis zu 3,5 Milliarden Euro sind bis 2028 für diese Maßnahmen eingeplant. Anträge für die Förderprogramme können ab dem 16. September gestellt werden. Damit könnten endlich die Potenziale der Wiedervernässung untersucht und konkrete Projekte angestoßen werden.

Die Biologische Station Osterholz steht in gutem Kontakt zur Naturschutzbehörde, doch gibt es immer wieder Diskussionen über die Umsetzung von Maßnahmen. Mucks Kritik an den hohen Aufwänden für Anträge und Abrechnungen bei Fördermitteln zeigt, wie herausfordernd die Bürokratie im Naturschutz sein kann. Dennoch bleibt sie optimistisch und setzt alles daran, die Naturschutzaufgaben voranzutreiben. Denn letztlich geht es um unsere Zukunft und die der kommenden Generationen.

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