Lernen durch Engagement: Ein innovatives Projekt an der Oberschule Lesum
In der Oberschule Lesum, der einzigen Schule in Nordbremen, wird das Pilotprojekt „Lernen durch Engagement“ (LdE) fortgeführt. Bereits im nächsten Schuljahr haben Schüler die Möglichkeit, sich aktiv in Pflegeheimen und Kindertagesstätten zu engagieren. Das Projekt bietet eine spannende Plattform, um Brieffreundschaften im Unterricht zu entwickeln und diese dann vor den Sommerferien persönlich zu vertiefen. Ein tolles Konzept, das die Schüler nicht nur mit anderen Generationen verbindet, sondern auch einen Blick über den Tellerrand hinaus ermöglicht.
Die Lehrkräfte und Schüler der Oberschule Lesum bewerten das Projekt durchweg positiv. Sie sind sich einig, dass es eine Bereicherung für den Unterricht darstellt und wünschen sich feste Strukturen, etwa ein Wahlpflichtfach LdE. Lehrerin Tanja Greif hat dafür sogar 30 Stunden Fortbildung absolviert – die Hingabe ist spürbar! Sie freut sich über die Platzierung einer Plakette, die der Schulgemeinschaft für die Teilnahme verliehen wurde. Neun Bremer Schulen insgesamt sind am LdE-Projekt beteiligt, aber die Oberschule Lesum sticht als einzige in Bremen-Nord hervor.
Engagement und Reflexion
Schüler aus der gymnasialen Oberstufe haben bereits im DRK-Kinderhaus gearbeitet und möchten sich weiterhin in sozialen Projekten engagieren. Es ist beeindruckend zu sehen, wie das Engagement das Bild der Schüler von Pflegeheimen und gesellschaftlichem Engagement verändert hat. Eine Schülerin, Dimitra, hat sogar jüngeren Schülern im Sportverein beim Lesen geholfen – eine wunderbare Art, um Wissen und Fähigkeiten weiterzugeben!
Das Engagement im Rahmen von LdE geht weit über das Klassenzimmer hinaus und fördert nicht nur soziale Kompetenzen, sondern auch die persönliche Entwicklung der Schüler. Sie haben Reflexions- und Auswertungsunterlagen erstellt, die als Klausurersatzleistung dienen. Durch diese Erfahrungen gewinnen sie Einblicke in Handlungs- und Berufsfelder, die für ihre zukünftige Laufbahn von Bedeutung sein könnten.
Ein Blick auf den Bremer LdE-Tag
Am 08. Juni 2026 fand der erste Bremer LdE-Tag im Foyer des Landesinstituts für Schule (LIS) statt. Über 120 Personen kamen zusammen, um das Engagement von 700 Schülerinnen im Auftaktjahr von LdE in Bremen zu würdigen. Dabei präsentierten 70 Kinder und Jugendliche die Ergebnisse ihrer Projekte. Das Spektrum war vielfältig: von Briefeschreiben und Sprichworteraten mit Seniorinnen über das Anlegen eines Barfußpfades bis hin zu Kippensammeln. Auch die Naturwissenschaften kamen nicht zu kurz – Experimente mit Jüngeren wurden durchgeführt, und sogar eine Projektwoche, bei der die gesamte Schule einbezogen wurde, stand auf dem Programm. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und zeugte von der Kreativität und dem Engagement der Schüler. Bildungssenator Mark Rackles war sichtlich beeindruckt von den Ergebnissen und betonte, wie wichtig LdE für viele Schülerinnen sei.
Der Tag wurde abgerundet mit der Verleihung von Urkunden an alle Lerngruppen, und ein großer Dank ging an die NORDMETALL-Stiftung sowie die Barthel Stiftung für deren Unterstützung der Pilotphase von Lernen durch Engagement in Bremen. Es ist erfreulich zu sehen, wie solche Initiativen nicht nur das Lernen fördern, sondern auch die Gemeinschaft stärken.
Eine neue Art des Lernens
Lernen durch Engagement verbindet gesellschaftliches Engagement von Schülerinnen mit fachlichem Lernen im Unterricht – und das für alle Altersstufen und Schulformen. Bei diesem innovativen Ansatz entwickeln Schülerinnen Projekte mit außerschulischen Partnern und bearbeiten dabei Themen, die ihnen am Herzen liegen. Es geht um mehr als nur Wissen: Schülerinnen sammeln demokratische Erfahrungen und erarbeiten sich Kompetenzen, die für die Zukunft wichtig sind. Regelmäßige Reflexion fördert nicht nur die Kommunikation, sondern auch Kreativität und kritisches Denken. Das Kompetenzzentrum München unterstützt Lehrer und Engagement-Partner bei der Umsetzung dieser Projekte und stellt wertvolle Ressourcen zur Verfügung.
Insgesamt zeigt das LdE-Projekt, dass Lernen nicht nur im Klassenzimmer stattfindet, sondern auch durch das aktive Engagement in der Gesellschaft bereichert werden kann. Es ist eine spannende Entwicklung, die sowohl Schüler als auch Lehrer motiviert und die Schulgemeinschaft stärkt. Und wer weiß? Vielleicht sind wir in ein paar Jahren schon ganz selbstverständlich in der Lage, solch gesellschaftliches Engagement als Teil der schulischen Bildung zu sehen – eine Vorstellung, die auf jeden Fall vielversprechend klingt!
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