Heute ist der 24.04.2026. In Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich ein besorgniserregendes Bild, wenn es um die Zuwanderung von Fachkräften geht. Laut einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) meiden zugewanderte Fachkräfte ostdeutsche Bundesländer, was sich in den Zahlen deutlich widerspiegelt. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil an zugewanderten Personen mit Berufs- oder Hochschulabschlüssen gerade einmal bei 6,3%. Zum Vergleich: In den Stadtstaaten Hamburg und Bremen liegt dieser Anteil bei 18,6% und 17,1%. Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind mit 11,7% und 9,7% auch wesentlich attraktiver für ausländische Fachkräfte.

Der IW betont, dass Deutschland dringend auf ausländische Fachkräfte angewiesen ist, um sowohl die Wirtschaftsleistung als auch den Wohlstand zu erhalten. Besonders die ostdeutschen Flächenländer sind stark vom demografischen Wandel betroffen und müssen verstärkt Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen. Die Notwendigkeit einer raschen Vergabe von Visa für qualifizierte Personen aus Drittstaaten sowie einer gezielten Ansprache und einer Willkommenskultur wird immer deutlicher. Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) fordert eine Kultur der Offenheit in den ostdeutschen Bundesländern, um diesen Trend zu stoppen.

Fachkräftemangel im Osten

Die Situation ist alarmierend: In vielen Unternehmen, insbesondere im Osten, gibt es einen akuten Fachkräftemangel. Statistiken zeigen, dass auf zwei Renteneintritte nur etwa ein Nachfolger nachrückt. Gleichzeitig arbeiten im Gastgewerbe zunehmend Menschen aus Polen sowie aus Asien und Afrika, was die Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften verdeutlicht. Ein weiterer Aspekt, der die Zuwanderung in den Osten erschwert, sind populistische Parteien, die Vorbehalte gegenüber Zugewanderten schüren. Diese Vorurteile stellen eine erhebliche Gefahr für die Schaffung einer offenen und einladenden Gesellschaft dar.

Ein Blick auf die angrenzenden Bundesländer zeigt, dass Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vergleichsweise wenige Fachkräfte aus dem Ausland anziehen. Zuwanderer bevorzugen eindeutig westdeutsche Länder und Berlin, wo jede vierte Fachkraft aus dem Ausland kommt. Der Kurzbericht des IW aus Köln verdeutlicht, dass in den ostdeutschen Bundesländern im Jahr 2024 weniger als jede zehnte Fachkraft im Ausland geboren wurde. Die Ursachen dafür liegen in der regionalen Wirtschaftskraft sowie langfristigen Trends bei der Zuwanderung. Wido Geis-Thöne, der Autor der Studie, hebt hervor, dass große Unternehmen und starke Communities im Westen entscheidend sind, um Zuwanderer anzuziehen.

Die Bedeutung einer Willkommenskultur

Ein entscheidender Faktor für die Zuwanderung ist die „Willkommenskultur“ vor Ort. Ein positiver Umgang mit Zugewanderten fördert das Gefühl der Akzeptanz bei Migranten und kann maßgeblich dazu beitragen, die Attraktivität ostdeutscher Bundesländer zu steigern. Es bedarf jedoch eines Umdenkens in der Gesellschaft, um eine offene und einladende Atmosphäre zu schaffen. Nur so können die ostdeutschen Bundesländer als lebenswerte Alternative für Fachkräfte aus dem Ausland wahrgenommen werden.

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Die Herausforderungen, vor denen die ostdeutschen Bundesländer stehen, sind vielschichtig. Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Zukunft der Region zu sichern, sind sowohl politische Maßnahmen als auch ein Umdenken in der Gesellschaft erforderlich. Die Berichterstattung von Panorama 3 über problematische Praktiken eines Unternehmers, der indische Pflegekräfte in Knebelverträge drängt, zeigt, wie wichtig es ist, für eine faire und transparente Arbeitsumgebung zu sorgen, um das Vertrauen potenzieller Zuwanderer zu gewinnen.