Ein ungewöhnlicher Fall beschäftigt derzeit die Gerichte in Deutschland, genauer gesagt in Greifswald, einem Ort, der nicht nur für seine malerische Altstadt bekannt ist, sondern auch für seine jüngsten kriminellen Aktivitäten. Am 1. Juni 2026 wurde ein 52-jähriger Mann wegen des Aufbruchs eines Geldautomaten an Silvester angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Stralsund wirft ihm Einbruchdiebstahl im besonders schweren Fall vor. Der Vorfall ereignete sich zum Jahreswechsel 2023/2024 im Einkaufszentrum „Gleis 4“, das sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs befindet.

Es war eine Zeit des Feierns – Feuerwerk erhellte den Himmel und die Geschäfte blieben geschlossen. Inmitten dieser festlichen Stimmung gelang es dem Angeklagten, über das Dach in die Ladenstraße einzudringen und den Geldautomaten aufzubrechen. Unbemerkt von den Feiernden, die in den Straßen unterwegs waren, entkam er mit einer Beute, die im unteren sechsstelligen Bereich geschätzt wird. Bisher gibt es jedoch keine Spur von dem gestohlenen Geld. Die Staatsanwaltschaft hat bislang nur den einen Mann angeklagt, schließt aber Mittäter nicht aus. Interessanterweise ist der Angeklagte polizeibekannt und sitzt bereits wegen anderer Delikte in Haft. Zeugenhinweise führten schließlich zur Identifizierung des Mannes.

Weitere Vorfälle in Greifswald

Doch das ist nicht der einzige Vorfall, der die Polizei in Greifswald beschäftigt. Am 26. Februar 2024 wurde ein versuchter Angriff auf einen Geldautomaten im Elisen Park gemeldet. Ein aufmerksamer Zeuge beobachtete den Einbruch und informierte prompt die Polizei. Die Täter, eine dunkel gekleidete Person, verließen das Objekt durch eine beschädigte Tür. Glücklicherweise traf die Polizei kurz nach der Meldung am Tatort ein und konnte mehrere Personen in der Nähe befragen.

Insgesamt wurden fünf Männer – zwischen 20 und 24 Jahren alt – vorläufig festgenommen. Unter ihnen befanden sich drei Deutsche und zwei Kosovaren, die bereits polizeiliche Vorstrafen wegen Eigentumsdelikten hatten. Der Sachschaden wurde auf etwa 3000 Euro geschätzt, jedoch gab es keinen Stehlschaden, da der Geldautomat nicht geöffnet wurde. Ein Haftbefehl gegen einen 24-jährigen Kosovaren wurde wegen anderer Taten erlassen. Die Ermittlungen werden von der Kriminalpolizeiinspektion Anklam weitergeführt.

Ein alarmierender Trend

Die Situation in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf Geldautomatensprengungen und Einbrüche, ist besorgniserregend. Im Jahr 2022 wurden bundesweit 496 versuchte und vollendete Geldautomatensprengungen registriert – der höchste Stand seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2005. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Fallzahlen um 26,5 Prozent. Die durch diese Sprengungen erlangte Beutesumme betrug sagenhafte 29,9 Millionen Euro, was ebenfalls ein Rekordhoch darstellt.

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Die Mehrheit der Geldautomaten wurde mit festen Explosivstoffen gesprengt. Ein besorgniserregender Anstieg der Gewaltbereitschaft bei den Tätern ist festzustellen. Diese Entwicklungen könnten auch in Greifswald und Umgebung zunehmend zu einem Thema werden, über das man sich Gedanken machen sollte. Die Kombination aus krimineller Energie und der Möglichkeit, große Geldsummen zu erbeuten, schafft ein Klima der Unsicherheit. Die Polizei und die Justiz stehen vor der Herausforderung, diesem Trend entgegenzuwirken.

Die Verhandlungen um den 52-jährigen Angeklagten am Landgericht Stralsund stehen noch aus. Ob das Gericht anordnen wird, dass das gestohlene Geld zurückgegeben werden muss, bleibt abzuwarten. Die Entwicklungen in Greifswald sind ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, mit denen die Sicherheitskräfte in Deutschland konfrontiert sind. Die besinnliche Zeit des Jahreswechsels wird für manche zum Anlass für kriminelle Machenschaften, während andere die Festtage in Ruhe und Frieden verbringen möchten.

Für mehr Informationen zu diesem Thema, können Sie die vollständigen Berichte auf Tagesschau und Polizei MV nachlesen. Darüber hinaus erfahren Sie mehr über die steigenden Fallzahlen von Geldautomatensprengungen im Behörden Spiegel.