In Greifswald haben Forscher ein spannendes Verfahren entwickelt, das eine Revolution im Bereich der Bluttransfusionen verspricht. Kliniken sind auf Blutspenden angewiesen, um Unfallopfer und Schwerkranke zu versorgen. Dabei gibt es oft das Problem, dass Blutgruppen untereinander nicht kompatibel sind, was die Verwendung von Spenderblut stark einschränkt. Das neue Verfahren wird universelles Blutplasma herstellen, das in Zukunft für viele Patienten zur Verfügung stehen könnte.

Jährlich werden in Deutschland etwa 750.000 Bluttransfusionen benötigt, und das nicht ohne Grund. Das Blutplasma, das zu 90% aus Wasser besteht und Hormone, Mineralstoffe sowie Proteine enthält, ist besonders wichtig für Patienten mit hohem Blutverlust, zum Beispiel nach großen Operationen oder Unfällen. Es enthält auch die entscheidenden Gerinnungsfaktoren. Die Forschenden aus Greifswald haben ein Verfahren entwickelt, das unerwünschte Antikörper aus dem Plasma entfernt, die bei Transfusionen zu Komplikationen führen können, wenn die Blutgruppen nicht zueinander passen.

Die Funktionsweise des neuen Verfahrens

Das neue Verfahren funktioniert ziemlich clever: Es nutzt einen kleinen Anteil von Blutzellen der entgegengesetzten Blutgruppe, um die Antikörper zu binden und anschließend abzutrennen. Das Ergebnis? Ein gefrorenes, isoagglutinin-abgereichertes Frischplasma. Das Paul-Ehrlich-Institut hat das Verfahren bereits zugelassen, und die Universitätsmedizin Greifswald plant, das universelle Blutplasma bis Ende dieses Jahres anzubieten. Die Vorfreude ist groß – nicht nur für die Region, sondern perspektivisch soll es auch für ganz Norddeutschland verfügbar sein!

Ein weiterer Vorteil: Das Plasma kann bis zu zwei Jahre eingefroren gelagert werden. Das optimiert die Lagerhaltung enorm und könnte Engpässe in der Notfallversorgung verhindern. Besonders in kritischen Situationen, in denen die geeignete Blutgruppe nicht verfügbar ist, könnte dies Leben retten. Eine Blutspende kann bis zu drei Menschenleben retten, und mit dem neuen universellen Plasma könnte diese Zahl noch gesteigert werden.

Globale Herausforderungen und die Zukunft der Blutspenden

Doch der Mangel an Blutkonserven ist weltweit ein drängendes Problem. Laut der WHO stehen Blutspendedienste in vielen Ländern vor Herausforderungen, ausreichend sicheres Blut bereitzustellen. In Deutschland werden täglich rund 15.000 Blutkonserven benötigt – eine immense Zahl! Und während 40% der Blutspenden aus Ländern mit hohem Einkommen stammen, machen diese nur 16% der Weltbevölkerung aus. Das zeigt, wie ungerecht verteilt die Blutspenden sind.

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Zusätzlich wird derzeit an künstlichem Blut geforscht, das eines Tages als Alternative dienen könnte. Dabei stehen die Wissenschaftler vor vielen Herausforderungen, denn tierisches Blut ist theoretisch möglich, aber die Abstoßungsreaktionen könnten problematisch sein. An verschiedenen Ansätzen zur Herstellung von künstlichem Blut wird gearbeitet, von Gen-Modifikationen bis hin zu speziellen Nanopartikeln. Doch das alles ist noch Zukunftsmusik. Bis dahin bleibt das Spenden von echtem Blut unverzichtbar für die Transfusionsmedizin.

Die Entwicklungen in Greifswald sind jedoch ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn das Verfahren für universelles Blutplasma im Routinebetrieb etabliert wird, könnte das die medizinische Versorgung revolutionieren und vielen Menschen in Not helfen. Ein Grund zur Hoffnung!