Heute ist der 2.06.2026 und in Greifswald, einem charmanten Ort im norddeutschen Mecklenburg-Vorpommern, brodelt die Wissenschaftscommunity! Ein spannendes Forschungsprojekt steht in den Startlöchern – oder besser gesagt, im Weltraum. Die Unimedizin Greifswald hat sich mit einem Team aus der Hochschule Stralsund, der YURI GmbH und der Technischen Universität Dresden zusammengetan, um ein innovatives Experiment in der Schwerelosigkeit durchzuführen.
Ab Anfang 2027 wird ein Versuchsaufbau in den Orbit geschickt, um grundlegende Erkenntnisse zur Osteoporose-Forschung zu gewinnen. Das Besondere daran: Im All sind Menschen schwerelos, was zu einem merklichen Abbau von Muskel- und Knochenmasse führt. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie sich die Mechanismen des Knochenabbaus und die Kommunikation zwischen Knochenzellen in dieser speziellen Umgebung verhalten. Ein Ziel ist es, zu verstehen, wie Knochenzellen – die sogenannten Osteozyten und Osteoblasten – in der Schwerelosigkeit miteinander kommunizieren und welche Störungen dabei auftreten können.
Ein Raumfahrtabenteuer für die Gesundheit
Die Experimente werden auf der kommerziellen Raumstation HAVEN-1 stattfinden, die 2027 ins All gebracht wird. Diese Mission wird von der US-amerikanischen Firma VAST betrieben und von Elon Musks SpaceX ins All transportiert. Das Team von Greifswald hat sich nicht nur mit der Hochschule Stralsund, die ingenieurtechnische Expertise bereitstellt, zusammengetan, sondern auch mit der YURI GmbH, die die notwendige Infrastruktur und Logistik für die Experimente bietet.
Ein weiterer wichtiger Partner im Projekt ist das Micro Gravity Research Lab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln. Dort werden gleichzeitig Tests auf der Erde durchgeführt, um die Ergebnisse im All mit einer Kontrollgruppe zu vergleichen. Das Micro Gravity Research Lab bietet die Möglichkeit, Zellkulturen und Organismen unter veränderten Schwerkraftbedingungen zu untersuchen – eine echte Herausforderung, aber auch eine einmalige Chance für die Forschung! Material für die Experimente stammt sowohl von der Cells+ Tissuebank Austria als auch von Patienten der Unimedizin Greifswald.
Forschung mit weitreichenden Folgen
Die Zielgruppen dieser Forschung sind nicht nur die Astronauten, die in der Schwerelosigkeit signifikante Mengen an Knochenmasse verlieren und dadurch ein höheres Risiko für Knochenbrüche haben. Auch Menschen mit Osteoporose sollen von den Erkenntnissen profitieren, die aus diesem Weltraumprojekt gewonnen werden. Die Möglichkeit, biologische Modelle durch 3D-Bioprinting und künstliche Gewebezüchtung zu erstellen, eröffnet völlig neue Perspektiven.
Dr.-Ing. Frank Schulze, Projektkoordinator und Teil der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin, und sein Team sind begeistert von den Möglichkeiten, die diese Forschung bietet. Die Auswahl für das Projekt wurde von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der YURI GmbH durchgeführt, und die Unterstützung durch die ESA ist ein großer Schritt für die Wissenschaft in Deutschland.
Die Vorfreude auf den Start der Mission wächst und mit ihr die Hoffnungen auf neue Erkenntnisse, die nicht nur für die Raumfahrt, sondern auch für die Medizin entscheidend sein könnten. Wer weiß, vielleicht wird dieser Forschungsansatz zukünftig dazu beitragen, die Gesundheit von Astronauten und Menschen auf der Erde nachhaltig zu verbessern. Ein echter Raumfahrttraum wird hier Wirklichkeit!
