Heute ist der 30.04.2026 und die Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern sind einmal mehr alles andere als gewöhnlich. Ein stillgelegtes Kraftwerk im Industriehafen Lubmin soll an einen ukrainischen Kraftwerksbetreiber verschenkt werden. Das klingt erst einmal nach einer spannenden, vielleicht sogar ungewöhnlichen Wendung. Die Sefe Energy GmbH, die das Kraftwerk bis zuletzt verwaltete, hat alle Verkaufsversuche als gescheitert erklärt und sieht nun keinen anderen Ausweg, als die Anlage abzugeben. Diese Entscheidung ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht bemerkenswert, sondern hat auch politische Brisanz. Schließlich wurde das Kraftwerk zuvor zur Stromproduktion genutzt, um Gas zu erwärmen, das über die mittlerweile berüchtigten Nord-Stream-Pipelines aus Russland angeliefert wurde.
Der ukrainische Betreiber steht nun also vor der Herausforderung, das Kraftwerk selbst abzubauen und abzuholen. Und das bis zum Sommer 2026. Ein wahrhaft ambitioniertes Unterfangen! Die Anlage hat eine Leistung von 84 Megawatt und steht auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern. Bürgermeister Axel Vogt äußert allerdings Bedenken – und zwar nicht zu knapp. Er sorgt sich um mögliche politische Instrumentalisierungen und Proteste in Lubmin. Außerdem fürchtet er, dass die zusätzlichen Sicherheitskosten in fünfstelliger Höhe letztlich von den beteiligten Unternehmen getragen werden sollten. Das hat er nicht nur einmal erwähnt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, denn der Bund bezeichnet das Vorhaben als wichtig für die Resilienz der ukrainischen Energieinfrastruktur.
Bedenken und Konflikte
Doch das ist nicht alles! Die politischen Spannungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschehnisse. Gegner des Vorhabens fordern den Rückbau des Terminals auf Rügen. Und als ob das nicht genug wäre, hat die italienische Justiz die Auslieferung eines Ukrainers genehmigt, der als mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge auf die Ostsee-Pipelines gilt. Die ganze Angelegenheit ist also weitaus komplizierter, als es zunächst den Anschein hat.
In Lubmin wird bereits an einem Kommunikationskonzept gefeilt, doch Bürgermeister Vogt gibt zu, dass ihm bisher nichts vorgelegt wurde. Das lässt Raum für Spekulationen und Unsicherheiten. Christoph Gottstein, Sprecher von Sefe Securing Energy for Europe, betont, dass keine Käufer oder Wärmeabnehmer für die Anlage gefunden werden konnten, was die Entscheidung, das Kraftwerk zu verschenken, noch nachvollziehbarer macht. Auch die Betreibergesellschaft soll nach dem Abtransport liquidiert werden – ein weiterer Schritt in einem bereits komplexen Prozess.
Politische Dimensionen
Der AfD-Landtagsabgeordnete Nikolaus Kramer äußert sich ebenfalls zu dem Vorgang und bezeichnet ihn als absurd. Er fragt sich, warum eine funktionsfähige KWK-Anlage abgebaut und an die Ukraine verschenkt wird, anstatt der Energiesicherheit in Deutschland zu dienen. Hier prallen verschiedene Perspektiven aufeinander. Der Standort Lubmin gilt als geeignet für ein neues Kraftwerk, aber die Gemüter sind erhitzt.
Die Demontage der Reserveanlage der Industriekraftwerk Greifswald GmbH in Lubmin ist bereits in Planung. Diese Anlage wurde bis 2022 zur Erzeugung von Strom genutzt und nach dem Ende der russischen Gaslieferungen als Reserve betrieben. Der Betrieb wurde 2023 eingestellt. Der Abtransport muss über den Industriehafen Lubmin erfolgen, der hohe Sicherheitsstandards aufweist. Ein weiterer Punkt, der Bürgermeister Vogt Sorgen bereitet.
Die ganze Situation ist ein spannendes und komplexes Netz aus wirtschaftlichen, politischen und sicherheitstechnischen Aspekten. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich die Dinge in den kommenden Monaten entwickeln.