Heute ist der 23.05.2026 und die Nachrichten aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim bringen uns einen ernsten Fall: Zum ersten Mal wurde dort das Bornavirus nachgewiesen. Das Virus, das durch Feldspitzmäuse übertragen wird, hat eine Person infiziert, die sich vermutlich beim Aufräumen oder Fegen angesteckt hat. Das Gesundheitsamt warnt eindringlich: Tote Mäuse sollten auf keinen Fall angefasst werden, und beim Putzen ist es ratsam, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Glücklicherweise stellt der Landkreis kostenlos FFP2-Masken an den Verwaltungsstandorten in Parchim und Ludwigslust zur Verfügung, um die Bevölkerung zu schützen.

Das Bornavirus ist kein Spaß – es verursacht beim Menschen schwere Entzündungen des Gehirns und kann lebensbedrohlich sein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich, was immerhin ein kleiner Lichtblick ist. Laut dem Robert-Koch-Institut gibt es in Deutschland jährlich nur fünf bis zehn Erkrankungen. Der Gesundheitszustand der betroffenen Person bleibt zum jetzigen Zeitpunkt unklar, und es ist auch nicht bekannt, wie viele Feldspitzmäuse im Landkreis das Virus tatsächlich tragen. Seit 2018 wissen wir, dass das Virus in seltenen Fällen auf den Menschen übergreifen kann, und es gibt bislang keine Behandlung für diese Infektion. Daher ist Prävention das A und O!

Feldspitzmäuse und ihre Gefahren

Die Feldspitzmaus, das einzige bekannte Reservoir für das Virus, überträgt die Krankheit, ohne selbst zu erkranken. Es ist schon erschreckend, aber Ende 2019 starb ein elfjähriges Mädchen in Deutschland an einer Infektion mit dem „Borna disease virus 1“ (BoDV-1). Seit 1995 wurden in Deutschland 14 Fälle dokumentiert, in denen das Virus eine tödliche Gehirnentzündung verursachte. Die Forschung zeigt, dass BoDV-1 aus Feldspitzmäusen häufiger auf Menschen übertragen wird als bisher angenommen.

Martin Beer, Leiter des Instituts für Virusdiagnostik am Friedrich-Loeffler-Institut, hat die Schwere der Erkrankung betont. Wenn man über die Symptome nachdenkt – Kopfschmerzen, Fieber, Verwirrtheit, neurologische Auffälligkeiten, in schlimmeren Fällen sogar Koma und Tod – wird einem ganz anders. Die Übertragungswege sind zwar meist unklar, aber Kontakt mit infizierten Feldspitzmäusen oder deren Ausscheidungen ist der Hauptweg. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind ausgeschlossen, was ein gewisses Maß an Beruhigung bringt.

Risikobewertung und Schutzmaßnahmen

Die Infektionsrate scheint zwar gering zu sein, doch ist das Risiko für Menschen sowie für Pferde und Schafe nicht zu unterschätzen. Besonders in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und angrenzenden Bundesländern gibt es Risikogebiete. Daher wird empfohlen, unklare Enzephalitis-Fälle in diesen Regionen auf das Virus zu untersuchen. Der Verbund „ZooBoCo“ verfolgt einen integrierten Ansatz zur Risikobewertung im Umgang mit Bornaviren, was für die Forschung und die öffentliche Gesundheit von großer Bedeutung ist.

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Die Situation in Ludwigslust-Parchim erinnert uns daran, wie wichtig es ist, sich über solche Erkrankungen zu informieren und vorsichtig zu sein. Die Hinweise des Gesundheitsamtes sind klar, und jeder sollte sie ernst nehmen. Auch wenn es nur wenige Fälle gibt, sollte niemand die Gefahren unterschätzen. Das Bornavirus ist selten, aber gefährlich – und das gilt es im Hinterkopf zu behalten.