Heute ist der 2.07.2026 und in Ludwigslust-Parchim geht der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner weiter. Der Landkreis hat in diesem Jahr bereits erhebliche Anstrengungen unternommen, um den Schädling zu bekämpfen. Trotz der Hubschraubereinsätze sind viele Eichen nach wie vor befallen, was die Lage nicht gerade einfacher macht. Eine erste Bilanz zeigt gemischte Ergebnisse: Kontrollen an zwanzig zufällig ausgewählten Eichen in mehreren Alleen ergaben einen teils starken Befall. Der Wind hat in diesem Jahr die Effizienz der Hubschraubereinsätze beeinträchtigt, was die Bekämpfung weniger effektiv machte.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind nicht nur schädlich für die Bäume, sondern können auch allergische Reaktionen bei Menschen auslösen. Der Landkreis hat allerdings festgestellt, dass eine Gesundheitsgefahr oder Schäden für die Umgebung nicht zu erwarten sind. Dennoch rät das Gesundheitsamt zur Vorsicht und empfiehlt, befallene Bäume zu meiden. Interessanterweise befindet sich der Eichenprozessionsspinner derzeit in einer Phase der Massenvermehrung, die auch in benachbarten Landkreisen sowie in Berlin und im Spreewald zu beobachten ist.

Erweiterte Bekämpfungsmaßnahmen

Für das kommende Jahr plant der Landkreis eine deutliche Ausweitung der Bekämpfung. Die Ausgaben für die Bekämpfung sollen von rund 221.000 Euro auf bis zu 500.000 Euro steigen. Dabei sollen nicht nur Sprühkanonen, sondern auch Drohnen zum Einsatz kommen – eine moderne Herangehensweise, die sicherlich viele Augen zum Leuchten bringen wird. Die Kommunen sollen wieder die Möglichkeit erhalten, den vom Landkreis beauftragten Dienstleister für die Bekämpfung zu nutzen. Diese Maßnahmen sind dringend nötig, denn ohne Hubschraubereinsatz wäre die Belastung im Landkreis vermutlich deutlich größer gewesen.

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erfolgt dabei unter verschiedenen Regelungsbereichen, wie der Pflanzenschutzmittel-Verordnung und der Biozid-Verordnung. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Bekämpfungsmethoden chemisch, biologisch, mechanisch und thermisch sein können. Dabei dürfen diese Maßnahmen nur von professionellen Anwendern durchgeführt werden. Dies ist wichtig, denn unsachgemäße Handhabung kann die Situation eher verschlimmern.

Prävention und mechanische Bekämpfung

Eine präventive Maßnahme könnte sein, Nistkästen für Meisen in der Umgebung von Eichen aufzuhängen – allerdings nicht direkt in die Eichen selbst. Bei einem Befall ist es ratsam, Kontakt zu örtlichen Gesundheits-, Forst- oder Pflanzenschutzämtern oder professionellen Schädlingsbekämpfern zu suchen. Mechanische Bekämpfungsmethoden, wie das Absaugen und Entsorgen von Gespinstnestern, sind ab dem dritten Larvenstadium möglich. Auch thermische Bekämpfung, bei der Heißwasser oder Heißschaum in die Nester gebracht wird, kann effektiv sein.

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Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2020 haben 221 Kommunen über 20.000 Eichen mit Bioziden behandelt. Dabei gab es einige Spitzenreiter, wie Schweinfurt mit 1.291 gespritzten Bäumen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten – über 20% der Kommunen missachteten die vorgeschriebene Abwägung der Behandlungsmethoden und spritzten direkt mit Bioziden. Zudem ist ungeschütztes Abflammen oder das Fällen von Bäumen nicht empfehlenswert, da dies die Brennhaare unkontrolliert verteilen könnte.

Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen im kommenden Jahr Früchte tragen und die Eichen im Landkreis Ludwigslust-Parchim wieder gesund und frei von Schädlingen sein werden. Die Natur hat schließlich ihren eigenen Rhythmus, und es gilt, ihn zu respektieren. Die wertvollen Eichen bieten nicht nur Lebensraum für zahlreiche Insektenarten, sondern auch ein Stück Heimat für die Menschen, die hier leben. Man kann nur wünschen, dass ein Gleichgewicht gefunden wird, das sowohl die Bäume als auch die Gesundheit der Menschen schützt.

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