Schwerin, ein Ort, der nicht nur für seine beeindruckende Architektur bekannt ist, sondern auch für die Menschen, die sie gestalten. Ein Beispiel dafür ist Uwe Lange, ein Steinbildhauermeister, der die Tradition seiner Familie in der Steinbildhauerei Lange fortführt. Diese Werkstatt, die seit 75 Jahren besteht, hat eine bewegte Geschichte. 1951 von Rolf Lange in der Schweriner Wallstraße gegründet, ist sie ein echter Teil des kulturellen Erbes der Region. Rolf Lange, der erste Steinbildhauermeister in Mecklenburg, erlangte vor allem durch Restaurierungsarbeiten einen Namen, insbesondere an der berühmten Wasserkunst in Wismar. Ein Erbe, das Uwe Lange heute mit Stolz weiterträgt.

Mit einem Team von sechs Mitarbeitern, darunter einige Quereinsteiger, hat Uwe Lange die Werkstatt seit 2003 unter seiner Fittiche. Er betont immer wieder die Bedeutung von Handarbeit und handwerklicher Schriftkunst in Zeiten, in denen moderne Maschinen oft die Oberhand gewinnen. Bei der Rekonstruktion des Borwinbrunnens in Güstrow wird deutlich, wie seine Leidenschaft für Naturstein in jedem Detail zum Ausdruck kommt.

Ein Leben für den Stein

Uwe wollte ursprünglich Architektur studieren, doch die politischen Umstände der DDR hielten ihn davon ab. Stattdessen fand er seinen Weg in den Familienbetrieb und entdeckte seine Liebe zur Steinbearbeitung. Diese Leidenschaft spiegelt sich auch in den neuesten Konzepten wider, die die Werkstatt entwickelt, um Erinnerungskultur und Bestattungskultur neu zu gestalten. Gemeinschaftsanlagen und gepflegte Bestattungsgärten sind nur einige Beispiele, wie Uwe Lange die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft in seine Arbeit einfließen lässt.

Am 5. Juni 2023 steht ein großes Jubiläum an – die Feier des 75-jährigen Bestehens der Werkstatt. Ein Anlass, der nicht nur für die Familie Lange, sondern für die gesamte Region von Bedeutung ist. Uwe Lange engagiert sich auch über die Werkstatt hinaus. Als Präsident der Handwerkskammer Schwerin kämpft er gegen Bürokratie und setzt sich für die Förderung des Handwerksnachwuchses ein. Denn Handwerk ist mehr als nur ein Beruf; es ist eine Leidenschaft, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Erhalt des Kulturerbes

Die Bedeutung des Handwerks, insbesondere in der Denkmalpflege, wird immer offensichtlicher. Handwerker, die sich für den Erhalt des Kulturerbes einsetzen, benötigen Kenntnisse, die über die Meisterprüfung hinausgehen. Weiterbildung ist unerlässlich. Der Titel „Restaurator im Handwerk“ wird in 19 verschiedenen Gewerken verliehen, darunter auch im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk. Das zeigt, wie wichtig die Ausbildung und das Fachwissen in diesem Bereich sind. Immerhin geht es nicht nur um die Erhaltung von Steinen, sondern um das Bewahren von Geschichte und Kultur.

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Uwe Lange und seine Werkstatt sind ein Paradebeispiel dafür, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Während er die Schätze der Vergangenheit bewahrt, denkt er gleichzeitig an die Zukunft und die Herausforderungen, die sie mit sich bringt. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Steinbildhauerei und die Erinnerungskultur in Mecklenburg entwickeln werden. Aber eines ist sicher: Die Leidenschaft für den Stein wird niemals verschwinden.