In Wismar, einer schönen Stadt im Landkreis Nordwestmecklenburg, hat sich am 26. Juni 2026 etwas Entscheidendes für die Verkehrssicherheit getan. An einer gefährlichen Kreuzung, genauer gesagt der Lübschen Burg, wurden zwei „Grünpfeil“-Schilder abmontiert. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die Verkehrssicherheit an einem Unfallschwerpunkt zu erhöhen. Denn die Unfallstatistik für 2025 hat bereits 11 Verkehrsunfälle an dieser Stelle dokumentiert, darunter einen schweren Unfall und zwei mit leichtem Personenschaden. Tragischerweise kam es im Februar 2026 zu einem tödlichen Vorfall: Ein Rechtsabbieger von der Westtangente kollidierte mit einer 70-jährigen Frau, die später im Krankenhaus verstarb.

Der „Grünpfeil“ selbst ist eine nicht leuchtende Ergänzung, die Rechtsabbiegen bei Rot erlaubt, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Autofahrer müssen an der Haltlinie anhalten und dürfen nur abbiegen, wenn sie andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährden. Diese Regelung wurde in der DDR in den 1970er Jahren eingeführt und fand nach der Wende auch in den alten Bundesländern Anwendung. Doch die Anzahl der „Grünpfeile“ in Deutschland nimmt ab. In Wismar gibt es noch unbeleuchtete „Grünpfeile“ an mehreren Ampeln, was die Frage aufwirft, ob diese Maßnahme tatsächlich die Sicherheit erhöht.

Gründe für den Abbau

Die Entscheidung, die „Grünpfeile“ abzubauen, ist nicht überraschend. Statistiken zeigen, dass 77 % der Autofahrer die Anhaltepflicht missachten, was zu einem erhöhten Risiko führt. Verstöße können mit Geldbußen von bis zu 150 Euro geahndet werden – ein Umstand, der viele Fahrer offenbar nicht abschreckt. In Wismar gab es nicht nur den schweren Unfall, sondern auch weitere Vorfälle, wie als ein 18-Jähriger die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und gegen das Bürgerservicecenter fuhr oder als eine 80-Jährige von einem Transporter beim Abbiegen erfasst wurde. Solche Ereignisse sorgen für ein mulmiges Gefühl bei den Anwohnern und Verkehrsteilnehmern.

Der „Grünpfeil“ wird durch einen nach rechts gerichteten Pfeil auf einem Zusatzschild dargestellt und gilt als interessante Verkehrsregelung. In der Straßenverkehrs-Ordnung ist er seit 1994 verankert. Studien der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) haben sogar gezeigt, dass Unfälle an Kreuzungen mit „Grünpfeil“ nicht häufiger oder schwerer sind als an herkömmlichen Ampelanlagen. Dennoch gibt es in einigen Städten Sicherheitsbedenken, weshalb die Schilder abgebaut werden. In anderen Ländern, wie Frankreich oder den Niederlanden, existieren ähnliche Regelungen, während in Litauen die Regelung 2020 abgeschafft wurde – sehr zur Empörung der Bevölkerung.

Statistische Hintergründe

Die Verkehrsunfallstatistik in Deutschland spielt eine entscheidende Rolle bei der Analyse und Verbesserung der Verkehrssicherheit. Sie bietet umfassende Daten über Unfälle, Beteiligte und deren Ursachen und dient als Grundlage für Maßnahmen in der Gesetzgebung, Verkehrserziehung und Infrastrukturentwicklung. Durch diese Statistiken können Strukturen des Unfallgeschehens und die Abhängigkeiten zwischen unfallbestimmenden Faktoren aufgedeckt werden. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wird der Abbau der „Grünpfeile“ in Wismar die Verkehrssicherheit tatsächlich verbessern? Das bleibt abzuwarten!

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