In der Wismarer Bucht, unweit der idyllischen Insel Poel, geht der privat initiierte Rettungsversuch für einen gestrandeten Buckelwal in die entscheidende Phase. Am vierten Tag der Bemühungen hat der Schlepper „Robin Hood“ nun endlich in Wismar angelegt, um den Wal möglicherweise in die Nordsee oder den Atlantik zu schleppen. Tierärztin Janine Bahr van Gemmert ist optimistisch und erklärt, dass der Wal eine Chance hat und nicht „in den letzten Zügen“ sei. Es gibt Anzeichen dafür, dass das Tier durch einen gestiegenen Wasserstand aktiver wird und tiefer atmet, was ein positives Zeichen sein könnte.
Allerdings ist die Situation des Wals nach wie vor ernst. Umweltminister Till Backhaus hat bestätigt, dass der Wal zwar atmet und vokalisiert, sein Gesamtzustand jedoch nicht gut ist. Fünf Tierärzte, darunter auch die von Hawaii angereiste Jenna Wallace, kümmern sich um das Tier. Die Zusammenarbeit zwischen der privaten Initiative und dem Umweltministerium zeigt Fortschritte, doch bürokratische Hürden haben den Rettungsprozess verzögert. Zudem könnten die bevorstehenden Wetterbedingungen mit starkem Wind und steigendem Wasserstand die rettenden Maßnahmen beeinflussen.
Herausforderungen für den Rettungsversuch
Der Wal ist mittlerweile seit fast drei Wochen in der Bucht und hat während dieser Zeit mehrere Strandungen erlebt. Um den Gesundheitszustand des Wals zu verbessern, wurde Zinksalbe auf seine Haut aufgetragen. Die Ponton-Plattform wird für den Transport vorbereitet, um das Tier mit Luftkissen anzuheben. DLRG-Boote sind ebenfalls vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Initiative zu unterstützen.
Vergleichbare Fälle zeigen, dass Buckelwale in der Ostsee sehr selten sind, da der niedrigere Salzgehalt für sie ungeeignet ist. Ein Beispiel dafür ist ein anderer Buckelwal, der am 24. März 2026 auf einer Sandbank vor Niendorf gestrandet war. Rettungsversuche durch Polizeiboote und Feuerwehr-Drohnen waren dort gescheitert. Zudem haben Umweltorganisationen wie Sea Shepherd Deutschland bereits Netzfragmente aus dem Körper eines anderen Wals entfernt, was auf dessen geschwächte Verfassung hinweist. Die Ostsee ist stark mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet, was ein Gesundheitsrisiko für Meeressäuger darstellt.
Die Hoffnung auf Rettung
Mit einem Gewicht von etwa zwölf Tonnen und einer Länge von 12,35 Metern stellt der Buckelwal vor der Insel Poel eine Herausforderung für die Rettungsteams dar. Der Salzgehalt in der Ostsee liegt ein Drittel unter dem gewohnten Niveau für diesen Wal. Experten rechnen damit, dass der Sterbeprozess eines Großwals mehrere Tage dauern kann und mit Regungslosigkeit sowie fehlender Atmung einhergeht.
Die Rettungsbemühungen in Wismar sind nicht nur ein Kampf um das Überleben des Wals, sondern auch ein Zeichen für das Engagement von Tierärzten und freiwilligen Helfern, die sich in dieser schwierigen Situation zusammenschließen. Die Hoffnung bleibt, dass die Bedingungen sich bessern und der Wal rechtzeitig in sichere Gewässer transportiert werden kann. Das nächste gesundheitliche Gutachten wird am Dienstag erwartet, um die Überlebenschancen des Wals zu bewerten. Es bleibt zu hoffen, dass der Wal trotz der Herausforderungen nicht aufgegeben wird und die Initiative weiterhin mit Nachdruck an seinem Überleben arbeitet.
Für weitere Informationen zu dieser Angelegenheit können Sie die ausführlichen Berichte auf NDR und Expert Zoom sowie ZDF nachlesen.