In Memmingen gibt es derzeit einen Anlass zur Freude: Die Frauenmannschaft des ECDC Memmingen hat sich mit Bravour die siebte Deutsche Meisterschaft gesichert – und das sogar zum vierten Mal in Folge! Am 28. März 2026, in einem packenden Finale gegen die Eisbären Juniors Berlin, zeigten die Spielerinnen, was in ihnen steckt. Mit einem Endstand von 4:2 im dritten Spiel haben sie den Titel nach Hause geholt. Die ALPHA-Cooling-Arena war an diesem Tag mit etwa 2700 Fans gut gefüllt, die das Team lautstark unterstützten. Die Stimmung war einfach grandios!

Beim Spielverlauf war es ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Nara Elia brachte Memmingen früh in Führung, doch die Berliner konnten schnell ausgleichen. Mathilda Heine und Theresa Knutson schenkten den Zuschauern dann eine aufregende zweite Halbzeit, in der die Coyoten das entscheidende Tor erzielten und somit den Meistertitel sicherten. Auch die individuelle Leistung war beeindruckend: Theresa Knutson wurde zur „JB Sportmanagement Topscorerin“ ernannt und Ronja Hark glänzte als wertvollste Spielerin der Play-offs. Torfrau Chiara Schultes, mit einer Fangquote von 96,5 %, ließ in sechs Spielen nur fünf Gegentore zu. Was für eine Leistung!

Ein Blick auf die Geschichte des ECDC Memmingen

Der ECDC Memmingen, der 1992 als Streethockeyklub gegründet wurde, hat in den letzten Jahrzehnten eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. 1999 startete die Eishockeymannschaft in der Bezirksliga Bayern und hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt. Ursprünglich stand „ECDC“ für „Elite Club Dynamo Chiemsee“, doch 2003 übernahm der Verein die Nachwuchs- und Frauenmannschaft des insolventen EHC Memmingen und nannte sich in „Eisclub Die Coyoten“ um. Dieses Umbenennen sollte den Fans des ehemaligen EHC entgegenkommen, die sich mit dem Beinamen „Wölfe“ identifiziert hatten.

Die Heimstätte des ECDC, die Eissporthalle, trägt bis zur letzten Saison den Namen „Hühnerberg“ – was für ein kurioser Name! Diese Halle, die 1987 erbaut wurde und Platz für 3700 Zuschauer bietet, ist nicht nur ein wichtiger Ort für Eishockey, sondern auch für Konzerte. Die Frauenmannschaft hat sich in der Deutschen Frauen Eishockey-Liga (DFEL) als wahre Dominatorin erwiesen, mit insgesamt sieben Meisterschaften, vier davon seit 2023. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich das Interesse am Fraueneishockey in den letzten Jahren gesteigert hat – auch dank der professionelleren Strukturen, die sich langsam entwickeln.

Die Herausforderungen im deutschen Frauen-Eishockey

Trotz dieser Erfolge gibt es jedoch auch Herausforderungen. Viele Spielerinnen müssen für ihren Sport zahlen, was leider an der fehlenden professionellen Strukturen im deutschen Frauen-Eishockey liegt. Die Liga, die 1988 gegründet wurde und bis 2024 offiziell als Frauen-Bundesliga bekannt war, hat zwar in den letzten Jahren einige Fortschritte gemacht, doch es gibt noch viel zu tun. Die DFEL besteht derzeit aus fünf Teams, darunter eines aus Budapest, was hohe Reisekosten verursacht. Kein Wunder, dass die DEG-Frauen trotz einer großartigen Saison auf den Aufstieg verzichteten – die finanziellen Aspekte sind nicht zu unterschätzen.

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Ein weiterer Lichtblick ist Justus Roth, ein ehemaliger U20-Spieler der DEG, der nach einer Saison in Essen zu ECDC Memmingen gewechselt ist. Roth hat sich schnell als Stammkraft etabliert, mit 62 Einsätzen in der letzten Saison und einem Gegentorschnitt von 2,43. Sein Vertrag wurde verlängert, und nun muss er sich jedoch auch der Konkurrenz von Michael Bitzer von den Schwenninger Wild Wings stellen. Roth ist motiviert, in der kommenden Saison viel zu spielen, ist sich aber gleichzeitig der Herausforderungen in der DEL2 bewusst.

Die offizielle Meisterehrung durch den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) mit Goldmedaillen und Pokal zeigt, wie wichtig solche Erfolge für die Sichtbarkeit des Fraueneishockeys sind. Kapitänin Daria Gleißner drückte den Stolz des Teams aus, während Cheftrainer Jim Nagle die Stärke der Berliner im Finale lobte. Die Meisterschaft ist nicht nur ein Erfolg für Memmingen, sondern auch ein Signal, dass das Fraueneishockey auf dem besten Weg ist, mehr Anerkennung zu finden.

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