In der pulsierenden Bremer Bahnhofsvorstadt gibt es frischen Wind in der Polizeiarbeit. Falk Böhm und Basbug Al sind die neuen Kontaktpolizisten für die Innenstadt und den Hauptbahnhof. Ihre Vorstellung fand kürzlich auf einem Netzwerktreffen statt, und die beiden haben gleich klar gemacht: Die Bahnhofsvorstadt braucht mehr Präsenz. Bis November 2026 werden sie die Straßen unsicher machen, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Böhm, der die Nachfolge von Katja Ellinghaus angetreten hat, kümmert sich um die Bahnhofsvorstadt, die Innenstadt, Weser und Schnoor. Al hingegen bringt seine Erfahrungen aus Bremen-Nord mit und ist für den Hauptbahnhof sowie die Breitenweg-, Friedrich-Rauers-Straße und Bürgerweide zuständig – Nelson-Mandela-Park bleibt jedoch außen vor.
Beide neuen Kontaktpolizisten setzen sich dafür ein, dass der politische Druck zur Verbesserung der Personalsituation bei der Polizei erhöht wird. Böhm skizziert die vielseitigen Aufgaben, die auf sie zukommen: Prävention, Schulwegserziehung, Aufklärung über den Enkeltrick und Schlichtung von Nachbarschaftsstreitigkeiten stehen auf der Agenda. Es ist nicht nur eine Frage der Präsenz, sondern auch der Unterstützung. Bürger, die sich in Situationen befinden, in denen sie Hilfe benötigen, können die 110 wählen oder direkt im Revier am Hauptbahnhof Anzeige erstatten. Und wenn mal ein Auto falsch parkt? Ein einfaches Foto des Kennzeichens an das Ordnungsamt genügt.
Herausforderungen im Innendienst
In einem anderen Licht zeigt sich die Realität für Kontaktpolizisten in Bremen. Diese müssen zeitweise im Innendienst aushelfen, was die Frage aufwirft, wie effizient sie ihre Aufgaben auf der Straße erfüllen können. Der Polizeidirektor Dirk Fasse hat die Rückstände bei Anzeigen von über 22.000 auf weniger als 18.000 reduziert, aber das bleibt eine Herausforderung. Durchschnittlich sind die Kontaktpolizisten einmal pro Woche von ihrer Arbeit auf der Straße freigestellt, um liegen gebliebene Anzeigen abzuarbeiten. Ein bisschen frustrierend, wenn man bedenkt, dass sie eigentlich für die Menschen im Stadtteil da sein sollten. Die Polizeigewerkschaft fordert daher eine Erhöhung der Zahl der Kontaktpolizisten, um diese Lücken zu schließen.
Die Kritik an der derzeitigen Personalsituation ist deutlich, und sie hat auch schon zu Einschnitten geführt. Es gibt jedoch Hoffnung: Der Koalitionsvertrag sieht vor, bis zum Ende der Legislaturperiode die Anzahl der Stellen im Kontaktdienst auf 110 zu erhöhen. Das könnte eine positive Wende bringen – nicht nur für die Polizisten, sondern auch für die Bürger, die auf ihre Unterstützung angewiesen sind.
Prävention mit System
Während die Polizei in Bremen also an ihrer Struktur feilt, könnte man sich ein Beispiel an Hessen nehmen. Dort gibt es die Dachmarke „Gemeinsam Sicher in Hessen“, die die Präventionsarbeit der Polizei repräsentiert. Mit dem Ziel, Sicherheit für alle Bürger sichtbar und erlebbar zu machen, lädt die Initiative zur aktiven Teilnahme ein. Genau das könnte eine wertvolle Ergänzung für die Bremer Polizei sein, um die Präventionsarbeit weiter zu verbessern. Denn Sicherheit ist nicht nur eine Frage der Polizeipräsenz, sondern auch der Gemeinschaft.
Die Vorfreude auf die neuen Projekte in der Bahnhofsvorstadt ist greifbar. Man kann nur hoffen, dass die neuen Kontaktpolizisten, Böhm und Al, die Herausforderungen annehmen und gleichzeitig die Herzen der Bürger gewinnen. Vielleicht wird die Bahnhofsvorstadt bald ein wenig sicherer, ein bisschen lebendiger und vor allem – ein Ort, an dem man sich wohlfühlt.
Für Anfragen oder Kontakt zu den Kontaktpolizisten können interessierte Bürger die E-Mail-Adressen falk.boehm@polizei.bremen.de und basbug.al@polizei.bremen.de nutzen. Auch die Quartiersbeauftragten stehen unter qek@hwst.de zur Verfügung, um den Dialog mit den Bürgern zu fördern.
Für die Zukunft der Bahnhofsvorstadt bleibt es spannend – und vielleicht wird das ein oder andere Problem bald der Vergangenheit angehören.