Im Ammerland wird ein Neubau der Astrid-Lindgren-Schule geplant, das als zentrales Symbol für gelebte Inklusion gilt. Diese Schule ist eine wichtige Anlaufstelle für Kinder mit besonderem Förderbedarf und bietet ihnen individuelle Unterstützung, kleinere Lerngruppen und Fachkräfte, die ihnen zur Seite stehen. Für viele Familien ist die Astrid-Lindgren-Schule ein sicherer Ort, an dem Verständnis, Entwicklung und Teilhabe großgeschrieben werden. Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert ein inklusives Bildungssystem, in dem alle Kinder gemeinsam lernen können. Doch die Realität sieht oft anders aus. Viele Regelschulen sind personell und räumlich nicht genügend auf Inklusion vorbereitet. Hier soll der Neubau der Astrid-Lindgren-Schule helfen, die Rechte der beeinträchtigten Kinder zu wahren.
Aktuell haben rund 20 Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf die Möglichkeit, an der Astrid-Lindgren-Schule zu lernen. Diese Kinder haben Unterstützungsbedarfe in den unterschiedlichsten Bereichen: von der körperlichen und motorischen Entwicklung über Sprache bis hin zu emotionaler und sozialer Entwicklung. Die Schule hat bereits seit dem Schuljahr 1989/1990 das gemeinsame Lernen als zentrales pädagogisches Anliegen etabliert. Das bedeutet, dass Kinder mit und ohne Behinderung in allen Klassen gemeinsam unterrichtet werden. Das Kollegium setzt auf Teamarbeit und kooperiert eng mit Therapeuten, außerschulischen Institutionen und den Eltern, um den Kindern die bestmögliche Förderung zu bieten.
Notwendigkeit der Investitionen
Die Herausforderungen sind jedoch groß. Die Inklusion an Regelschulen erfordert Investitionen in Sonderpädagog:innen, Schulbegleitungen, barrierefreie Umbauten und moderne Ausstattung. Die Aufrechterhaltung separierender Strukturen steht im Widerspruch zu den Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention, die besagt, dass Kinder mit Behinderungen nicht vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden dürfen. Trotz der Ratifizierung dieser Konvention im Jahr 2009 ist die Situation in Deutschland nach wie vor angespannt. Im Schuljahr 2023/24 besuchen 55,9% der Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach wie vor Förderschulen, und die Exklusionsquote stagniert. Das wirft Fragen nach gleichwertiger Teilhabe im Bildungssystem auf.
Die Astrid-Lindgren-Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort der Hoffnung auf Veränderung. Der Neubau wird als notwendig erachtet, um dem aktuellen Bedarf gerecht zu werden, und es wird ein fortlaufender inklusiver Ansatz gefordert. Inklusion ist schließlich nicht nur eine technische Herausforderung, sondern ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess. Es bleibt zu hoffen, dass der Neubau der Schule und die damit verbundenen Investitionen eine positive Wende im Bildungssystem einleiten. Denn nur durch ein inklusives Schulsystem kann die soziale Teilhabe gestärkt und die Belastung der Familien verringert werden. Die Astrid-Lindgren-Schule könnte somit ein Vorbild für andere Schulen im Ammerland und darüber hinaus werden.
