Hummelgarten in Sevelten: Ein Paradies für Bestäuber und Schüler
In der kleinen Grundschule in Sevelten/Elsten bei Cloppenburg hat sich etwas ganz Besonderes entwickelt. Seit dem Frühjahr 2026 blüht dort ein Hummelgarten, der nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die kleinen, pelzigen Bestäuber ein wahres Paradies darstellt. Inspiriert durch eine Gartenmesse hat Schulleiterin Wiebke Nickels dieses Projekt initiiert. So einfach kann es sein, die Natur in die Schule zu bringen!
Markus Hibbeler von den „Hummelfreunden Nordwest“ hat den Kindern ein Hummelnest gezeigt und ihnen erklärt, dass Hummeln in kleineren Staaten leben als Honigbienen – bis zu 150 Tiere pro Volk. Im Hummelgarten tummeln sich sogar zwei Hummelvölker: Ackerhummeln und eine Baumhummel-Kolonie. Da Hummeln sich nicht einfach irgendwo ansiedeln, müssen die Bedingungen stimmen. Im November 2025 wurden bereits 4.000 Krokuszwiebeln gepflanzt, um den Hummeln frühzeitig Nahrung zu bieten. Die Kinder halfen tatkräftig beim Pflanzen und mussten dann bis zum Frühjahr Geduld zeigen.
Ein Erfolg für die Artenvielfalt
Die Initiative hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen. Viele Hummeln sind im Garten unterwegs und sammeln fleißig Nektar und Pollen. In den Pausen stehen die Kinder am Fenster und beobachten die Hummeln – das Interesse ist riesig! Hibbeler gab den Schülerinnen und Schülern sogar eine zweistündige Einführung über diese faszinierenden Insekten. Er ermutigt nicht nur die Schule, sondern auch andere Einrichtungen und Privatpersonen, Lebensräume für Hummeln zu schaffen. Denn die Bestände dieser wichtigen Bestäuber gehen zurück, und Hummeln sind unerlässlich für unsere Ökosysteme.
Hibbeler hat einige Tipps auf Lager, wie man Hummeln anlocken kann. Frühblühende Pflanzen wie Krokusse, Sal-Weide oder Winterheide sind ein Muss! Wer einen Hummelkasten aufstellen möchte, sollte darauf achten, dass dieser eine Hummelklappe gegen Parasiten hat und schattig sowie bodennah steht. Ein kleiner Trick: Der Eingang des Kastens sollte mit Moos und Rindenmulch dekoriert werden, damit er wie ein Mauseloch aussieht. Das klingt nach einer wunderbaren Möglichkeit, die kleinen Helfer zu unterstützen, oder?
Hummeln und ihre Bedeutung
Aber nicht nur in Sevelten kann man etwas für die Hummeln tun. Ab März erwachen die Hummelköniginnen aus ihrem Winterschlaf und suchen nach Nistplätzen. Corinna Hölzel, eine Expertin beim BUND, gibt wertvolle Tipps zur Unterstützung dieser kleinen Lebewesen. Wusstest du, dass Hummeln auch bei einstelligen Temperaturen aktiv sind? Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Frühblühern, was für die Nahrungsmittelproduktion unentbehrlich ist. In der Landwirtschaft werden sie sogar gezüchtet, um Nutzpflanzen wie Tomaten und Heidelbeeren zu bestäuben.
Die Bedrohung vieler Hummelarten ist alarmierend – über die Hälfte aller Wildbienenarten sind gefährdet. Naturnahe Gärten, die Nistmöglichkeiten bieten, sind daher besonders wichtig. Steinhaufen, Stroh, Äste und alte Pflanzenstängel sind perfekte Unterkünfte. Auch ein Blumentopf aus Ton kann als Unterkunft dienen, wenn er seitlich in einer Totholzhecke platziert und mit Nistmaterial gefüllt wird. Und das Beste: Ein reichhaltiges Nahrungsangebot lässt sich ganz einfach durch heimische Wildpflanzen schaffen.
Die Kraft der Vielfalt
Ein biologisch vielfältiger Garten ist nicht nur schön, sondern auch extrem vorteilhaft für die Natur. Er bietet nicht nur Hummeln, sondern auch anderen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Die Artenvielfalt in unserer Landschaft nimmt ab, da viele Gärten aufgeräumt sind und exotische Pflanzen nutzen, die für Insekten und Vögel kaum Nutzen haben. Wenn wir ökologische Gärten anlegen, schaffen wir Lebensräume und fördern die Artenvielfalt.
Heimische Frühblüher sind dabei besonders wichtig, um Hummeln im Frühjahr Nahrung zu bieten. Obstbäume und Stauden ziehen Insekten im Frühsommer an, und die abgeblühten Samenstände helfen Vögeln im Winter bei der Nahrungssuche. Durch den Verzicht auf Pestizide und chemische Dünger können wir unseren kleinen Freunden helfen, und das ist doch ein schöner Gedanke.
In Cloppenburg wird gerade ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht. Vielleicht inspiriert das Projekt auch andere Schulen und Gärten in der Region, sich für die Hummeln einzusetzen. Ihre Bedeutung für das Ökosystem und die Nahrungssicherheit ist einfach unverzichtbar. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Hummelgarten weiterentwickelt!
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