Heute ist der 8.05.2026, und ich sitze hier in Cuxhaven, während die Nachrichten aus dem Nachbarland Deutschland uns einen weiteren besorgniserregenden Blick auf die Entwicklungen in der rechtsextremen Szene gewähren. Die Polizei hat kürzlich in mehr als zwölf Bundesländern, darunter Bayern, Berlin und Sachsen, Durchsuchungen bei mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppen „Deutsche Jugend voran“ (DJV) und „Jung und Stark“ (JS) durchgeführt. Glaubt man den Berichten, wird den Beschuldigten Bildung oder Mitgliedschaft in diesen kriminellen Vereinigungen vorgeworfen. Diese Razzia ist Teil eines größeren Schlags gegen die zunehmende Gewaltbereitschaft und die organisierte Kriminalität innerhalb der rechten Szene.

Die Durchsuchungen fanden in über 36 Wohnungen statt und zielen vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene ab, die vielfach bereits durch gewalttätige Übergriffe aufgefallen sind. Besonders besorgniserregend: Viele der Beschuldigten gelten als Rädelsführer dieser Organisationen. Den meisten wird die Rädelsführerschaft zur Last gelegt, und gegen acht von ihnen wird auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Es ist kaum zu fassen, dass der jüngste Beschuldigte gerade mal 16 Jahre alt ist!

Ein Blick auf die Gruppen

Die beiden Gruppen DJV und JS sind seit Mitte 2024 aktiv und haben sich bundesweit organisiert. Ihre Mitglieder vernetzen sich über soziale Medien und organisieren regelmäßige Treffen. Auf Facebook und Instagram sind sie aktiv, und die DJV nutzt sogar Telegram, um neue Mitglieder zu rekrutieren. Aufrufe zu Gewalttaten gegen politische Gegner und vermeintlich Pädophile sind an der Tagesordnung. In der Vergangenheit haben sie gezielt Angriffe auf Angehörige der linken Szene und auf queere Menschen durchgeführt. Diese Gewaltakte sind nicht nur Einzelfälle; sie dokumentieren eine besorgniserregende Entwicklung in der Gesellschaft.

Die Sicherheitsbehörden schätzen das Personenpotenzial dieser Gruppen auf jeweils mehrere Hundert. Besonders die DJV hat einen regionalen Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg und gilt als besonders gewaltbereit. Generalbundesanwalt Jens Rommel hat das Verfahren gegen diese und andere rechtsextreme Vereinigungen übernommen. Die Verbindung zur rechtsextremistischen Partei Heimat (ehemals NPD) und deren Jugendorganisation Junge Nationalisten ist ebenfalls alarmierend. Man fragt sich, wie weit das alles noch gehen kann.

Die Gefahren der Jugendkultur

Was uns in dieser Situation zusätzlich beunruhigt: Die Gruppen haben mehrfach Störaktionen gegen den Christopher Street Day organisiert und sind immer wieder durch Gewalttaten aufgefallen. Die Präsenz in sozialen Medien erleichtert es ihnen, neue Anhänger zu gewinnen und ihre gefährlichen Ideologien zu verbreiten. Die Geschehnisse der letzten Jahre zeigen, dass die rechte Szene nicht nur in den Hintergrund gedrängt wird, sondern vielmehr aktiv mobilisiert und sich organisiert.

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Besonders düster wird das Bild, wenn man die Verbindung zur Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ betrachtet. Acht mutmaßliche Mitglieder dieser Gruppe müssen sich seit März 2026 vor dem Oberlandesgericht in Hamburg verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, ein Kulturzentrum in Alt-Döbern in Brand gesetzt und Anschläge auf Asylbewerber-Unterkünfte geplant zu haben. Hier wird klar, dass die Gefahr, die von diesen Gruppierungen ausgeht, nicht nur theoretischer Natur ist, sondern ganz konkret auf den Straßen und in den Köpfen von Menschen ausgefochten wird.

Die Entwicklungen in der rechtsextremen Szene sind alarmierend und erfordern ein wachsam bleibendes gesellschaftliches Bewusstsein. Die Frage bleibt, wie wir als Gesellschaft auf diese Herausforderungen reagieren und was wir unternehmen können, um diesen Strömungen entgegenzuwirken. Die Razzia in Cuxhaven ist nur ein kleiner Teil eines viel größeren Problems, das uns alle betrifft.