Der Delmenhorster Kramermarkt hat in diesem Jahr ein positives Fazit bei den Schaustellern gezogen. Trotz eines langsamen Starts, der durch ungünstige Wetterbedingungen und ein Fußballspiel zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV beeinflusst wurde, konnten die Veranstalter und Schausteller am Ende eine zufriedenstellende Bilanz ziehen. Besonders am Familientag, der von besserem Wetter begünstigt wurde, stiegen die Besucherzahlen. Laut Andreas Kutschenbauer vom Schaustellerverband sind innovative Ideen und mögliche dauerhafte Verlängerungen des Marktes in der Diskussion, wobei die Entscheidung über diese Verlängerungen noch aussteht. Die Ergebnisse der Abstimmung unter den Schaustellern werden am 15. Mai erwartet. Mehr Informationen dazu finden Sie in der vollständigen Berichterstattung auf Weser-Kurier.
Kutschenbauer berichtete von einer hohen Zufriedenheit an seinem Stand „Kutschi’s Bier Bude“ und übermittelte überwiegend positive Rückmeldungen von seinen Kollegen. Dennoch gab es auch einige Schausteller, die weniger zufrieden waren, was auf die üblichen Schwankungen innerhalb der Branche zurückzuführen ist. Kutschenbauer plant kreative Ideen für die Zukunft des Kramermarktes und hat bereits zwei Treffen während des Marktes zur Ideenfindung abgehalten. Das nächste Treffen, das in weniger als zwei Wochen stattfinden wird, soll sich mit Vorschlägen für den Frühlingsmarkt 2024 beschäftigen. Eine Herausforderung bleibt jedoch die Finanzierung dieser Ideen, wobei Kutschenbauer verspricht, dass Überraschungen auf die Besucher warten, wenn diese Ideen realisiert werden.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste
Die Relevanz von Volksfesten in Deutschland wird auch durch eine aktuelle Studie des Deutschen Schaustellerbundes e.V. (DSB) unterstrichen. Diese wird seit 25 Jahren in Zusammenarbeit mit der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH erstellt. Die letzte Erhebung zur wirtschaftlichen Bedeutung der rund 10.000 Volksfeste in Deutschland stammt aus dem Jahr 2018. Die neue Studie berücksichtigt aktuelle Faktoren wie Corona, Arbeitskräftemangel, den Krieg in Europa und die Energiekrise. Zentrale Themen sind die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Volksfeste sowie die gegenwärtige Situation der Branche, die etwa 5.600 Schaustellerunternehmen umfasst.
Die Bilanz der Saison 2023 ist erfreulich: Die Zahl der Volksfeste in Deutschland bleibt stabil, und die Besuchszahlen haben mit 198,4 Millionen einen historischen Höchstwert erreicht, was einer Steigerung von 4,6 % entspricht. Der Bruttoumsatz auf Volksfestplätzen betrug 6,51 Milliarden Euro und stieg um 22 %. Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es Herausforderungen, wie die erheblichen Steigerungen der Betriebskosten, die bei Personal (+36 %) und Wareneinkäufen (+30 %) zu verzeichnen sind. Darüber hinaus zeigen über 30 % der Volksfeste ein Engagement für Nachhaltigkeit, indem sie ausschließlich grünen Strom nutzen, und fast 30 % der Gäste reisen mit der Bahn oder dem öffentlichen Nahverkehr an. Diese Entwicklungen wurden von Albert Ritter, dem Präsidenten des DSB, positiv kommentiert.