Heute ist der 18.05.2026 und in Delmenhorst blüht der Frühling in voller Pracht. Der Gartenfachberater Günter Prösch hat einen spannenden Tipp für alle Gartenliebhaber, die ihre Stauden wie Phlox und Astern verschönern und steuern möchten. Er empfiehlt den sogenannten „Chelsea Chop“. Diese Methode, die ihren Ursprung in England hat, beinhaltet einen Rückschnitt um ein Drittel der Pflanzen. Dabei sollte man in milden Lagen bereits Mitte Mai Hand anlegen, während in raueren Gegenden bis Anfang Juni gewartet werden kann. Der Vorteil? Ein buschigeres Wachstum und eine nach hinten verschobene Blütezeit. Phlox, auch als Flammenblume bekannt, liebt sonnige Standorte und zaubert während der Jahresmitte farbenfrohe Akzente in die Gärten. Astern hingegen sind in Europa weit verbreitet und werden gerne als Zierpflanzen eingesetzt.
Prösch macht allerdings auf einen wichtigen Punkt aufmerksam: Der Regen in diesem Jahr war bisher unzureichend, und der Grundwasserstand ist gesunken. Das ist besonders in der Gartenarbeit zu spüren. Im Lehrgarten wurden vor vier Wochen dicke Bohnen ausgesät, die Kälte vertragen, und es gibt insgesamt 13 Hochbeete, die regelmäßig gegossen werden müssen. Bei Temperaturen über 10 Grad plant Prösch, Kohlrabi-Jungpflanzen und Salate auszupflanzen. So wird das Hochbeet nicht nur ein Ort des Wachstums, sondern auch ein Ort der Vielfalt. Möhren wachsen zwar im Freien, benötigen aber Schutz vor der Möhrenfliege – daher wird das Hochbeet mit einem Netz abgedeckt.
Tipps für den perfekten Rückschnitt
Das Entspitzen von Stauden, auch als Chelsea Chop bekannt, sollte um Ende Mai oder Anfang Juni erfolgen. Dabei wird die Triebspitze zurückgeschnitten, was neue Triebe an der Schnittstelle zur Folge hat. Diese Methode sorgt dafür, dass die Pflanzen kompakter und standfester bleiben, während sich die Blütezeit ebenfalls nach hinten verschiebt. Eine interessante Technik ist, dass man nur jeden zweiten Trieb zurückschneiden kann, um die Blütezeit zu verlängern – mehr, aber kleinere Blüten, sozusagen. Ideal sind dafür Pflanzen wie Aster, Chrysantheme oder auch die hohe Fetthenne. Wer sich traut, kann an einem bedeckten Tag oder am Abend die Triebe um 10 bis 15 cm kürzen, direkt über einem Blattpaar. Bei großen Beständen kann man sogar eine Heckenschere verwenden! Nach dem Schnitt ist es wichtig, gut zu gießen und gegebenenfalls zu düngen.
Im Gewächshaus gedeihen Radieschen, Kürbis, Melonen und Tomaten prächtig. Und während die Wildkräuter im Freiland gejätet werden müssen, gilt es auch, die Obstbäume auszudünnen, um im Herbst eine gute Ernte zu gewährleisten. Rosen wurden im zeitigen Frühjahr geschnitten, und der Rasen wird zwar gemäht, jedoch nicht mit dem Ehrgeiz, einen englischen Rasen zu kreieren. Am 27. Juni steht das jährliche Kinderfest des Kleingärtnervereins Deichhorst an, ein Highlight, auf das sich viele freuen. Im kommenden Jahr wird sogar das 80-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Wer Interesse an einem freien Garten hat, kann sich im Schaukasten informieren oder unter der Telefonnummer 0179/4604067 Kontakt zum Vorstand aufnehmen.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Gartenarbeit in diesem Jahr besondere Herausforderungen mit sich bringt. Doch mit den richtigen Tipps und Methoden, wie dem Chelsea Chop, kann jeder Gartenliebhaber sein grünes Paradies noch schöner gestalten. Die Natur zeigt sich zwar manchmal unberechenbar, aber mit etwas Geduld und Know-how wird der Garten zum blühenden Traum.