In Delmenhorst wird aktuell viel über die Renaturierung der Ochtum gesprochen. Der Flughafen Bremen hat eine Entschädigung von 110.000 Euro gezahlt, um die Schäden, die durch PFOS-Verschmutzung aus Löschwasser entstanden sind, auszugleichen. Diese Summe wurde in eine gemeinsame Stiftung eingezahlt, die sich aktiv um die Renaturierung kümmert. Im Mai führten die Mitglieder der Stiftung eine Bestandsaufnahme im Bereich der Ochtum durch. Ziel war es, Flächen zu finden, die für die Renaturierungsmaßnahmen genutzt werden können. Und tatsächlich – in der Aue nördlich von Hasbergen und an der Einmündung der Delme wurden geeignete Flächen entdeckt.

Heinz Gräßner, Präsident des Angelfischerverbandes Weser-Ems, äußerte sich positiv über die geplanten Renaturierungsmaßnahmen. Er und andere lokale Anglervereine betonen die Bedeutung gesunder Gewässer für die Fischbestände. Auch Jens Salva, ein Biologe des Angelfischerverbandes, sieht großes Potenzial in den neu geschaffenen Lebensräumen für Fische, Amphibien und Insekten. Diese Entwicklungen sind besonders wichtig, da seit 2019 Verhandlungen zwischen dem Angelfischerverband und dem Bremer Flughafen wegen der giftigen Löschwasserproblematik laufen.

Umweltbelastung durch PFAS

Die Problematik ist nicht neu. Der Flughafen Bremen hatte Untersuchungen in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen von PFAS, die durch Löschmittel verursacht wurden, besser zu verstehen. Diese Schadstoffe gelangten über das Entwässerungssystem des Flughafens und das Pumpwerk Ochtum in die Oberflächengewässer. Positive Befunde im Bereich des Feuerwehrübungsplatzes führten zu systematischen Erkundungen, um belastete Bereiche einzugrenzen und die Schadstoffausbreitung im Grundwasser zu untersuchen. 21 neue Grundwassermessstellen wurden eingerichtet, um die Grundwasserbelastung kontinuierlich zu überwachen.

Die Untersuchungen zeigen auch, dass PFAS sich nicht nur in Gewässern anreichern, sondern auch in Oberböden von Gärten sowie in Nutzpflanzen. Es ist alarmierend, dass Wasserproben aus der Ochtum und ihren Nebenflüssen zur Warnung vor dem Verzehr von Fischen aus diesen Gewässern führten. Die Verantwortung für die Verschmutzung und die möglichen Konsequenzen für die betroffenen Fischereivereine bleiben unklar.

Einblick in die Sanierungsmaßnahmen

Um die Umweltbelastung zu reduzieren, hat der Flughafen Bremen bereits mit der Sanierungsplanung für das Flughafengelände begonnen. Eine Reinigungsanlage für den Feuerwehr-Übungsplatz wurde bereits in Betrieb genommen und soll dazu beitragen, die Schadstoffwerte zu senken. Bis April 2021 wurden etwa 79.000 m³ Grundwasser aufbereitet, mit dem Ziel, Reinigungswerte von unter 0,01 µg/L je PFAS-Einzelsubstanz einzuhalten.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Diese Maßnahmen sind wichtig, denn PFAS gelangen über verschiedene Wege in die Gewässer, insbesondere in städtischen Gebieten. Kläranlagen, Regenwassereinleitungen und Mischwasserentlastungen sind zentrale Schnittstellen. Die Belastung durch PFAS in Kläranlagen ist signifikant, und die jährlichen Einträge aus diesen Quellen sind alarmierend.

Die Renaturierung der Ochtum und die Sanierungsmaßnahmen stehen also im Kontext einer größeren Problematik, die viele Gewässer in Deutschland betrifft. Der Fokus auf die Verschmutzung durch PFAS ist nicht nur lokal, sondern auch national von Bedeutung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden, um die Umwelt zu schützen und die Lebensqualität in der Region zu verbessern. Das Thema ist komplex und erfordert fortlaufende Aufmerksamkeit und Engagement seitens der Öffentlichkeit und der Verantwortlichen.