Am Samstag, dem 27. Juni, wird Delmenhorst zur Zeitreise-Station für alle Fahrradliebhaber! Unter dem Motto „Zeitmaschine mit Pedalantrieb“ lädt das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur zu einer spannenden Radtour ein. Angeführt von Museumsführer Michael Ahrens, geht es um die Geschichte der Fabrik Nordwolle und ihren tiefgreifenden Einfluss auf die Stadt und ihre Bewohner. Die Tour beginnt um 15 Uhr an der Turbinenhalle und dauert etwa zwei Stunden. Teilnehmer können sich auf interessante Fragen freuen: Wo lebten die Arbeiter? Wo verbrachten sie ihre Freizeit? Welche Wege standen ihnen offen? Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, also schnell anmelden unter 04221/991697, bevor alle Plätze weg sind! Die Kosten betragen 6 Euro, ermäßigt 5 Euro, und für Kinder unter 7 Jahren ist der Eintritt kostenlos. Wer mehr über die Fabrikgeschichte erfahren möchte, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen! Weitere Informationen findet ihr auch auf der Website des Museums.

Das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur hat einiges zu bieten. Neben der Radtour gibt es regelmäßig Workshops wie den „Spinnen am Rad“ Workshop, der jeden zweiten Donnerstag im Monat um 18 Uhr stattfindet. Das nächste Treffen ist am 9. Juli 2026. Hier können Interessierte, egal ob mit oder ohne Erfahrung, sich kreativ austoben – Spinnrad und Wolle werden bereitgestellt, und der Kostenausgleich beträgt nur 3 Euro pro Monat. Am 21. Juni um 14 Uhr findet zudem die WolleKidZ „Filz-Werkstatt“ statt, bei der Kinder Eulen-Anhänger filzen können. Auch hier ist eine Anmeldung erforderlich und die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro.

Einblicke in die Industriegeschichte

Die Radtour am 27. Juni ist nicht nur eine sportliche Betätigung, sondern auch eine echte Bildungsreise. Delmenhorst hat eine reichhaltige Geschichte, die eng mit der Textil- und Konfektionsindustrie verbunden ist. In der Region Ostwestfalen-Lippe beispielsweise, die für ihre bedeutende Textilindustrie bekannt ist, hat das Leinengewerbe eine lange Tradition, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Damals wurde Flachs unter idealen Bedingungen angebaut und die Verarbeitung fand oft im Heimgewerbe statt. Interessanterweise führte die Einführung kostengünstig produzierter Ware aus Irland und England im frühen 19. Jahrhundert zu einer Krise in der heimischen Produktion. Spinner konnten kaum noch von ihrer Arbeit leben, was sogar zu einer ersten großen Auswanderungswelle nach Amerika führte. Die Entwicklung der industriellen Herstellung von Garnen und Stoffen nahm mit der Köln-Mindener Eisenbahn Fahrt auf, die den Import von Kohle und den Transport von Leinen in das Ruhrgebiet ermöglichte.

Wenn du also auf der Suche nach einem spannenden Erlebnis bist, das sowohl sportlich herausfordernd ist als auch spannende Geschichtsinformationen bietet, dann ist die Radtour in Delmenhorst genau das Richtige! Das Museum hat ein Programm mit vielfältigen Aktivitäten, das die Verbindung zur Industriegeschichte aufrecht erhält und gleichzeitig kreative Erlebnisse anbietet. So wird die Geschichte lebendig – und das auf eine ganz besondere Art und Weise. Die Tour ist eine tolle Gelegenheit, um mehr über die Lebensumstände der Arbeiter und die Entwicklung der Region zu erfahren, und vielleicht entdeckt man auch den ein oder anderen Geheimtipp für die Freizeitgestaltung, der über die Radtour hinausgeht!

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