Heute ist der 17.06.2026 und die Lage im Landkreis Lüneburg, Niedersachsen, ist angespannt. Grund dafür sind die teils riesigen Nester von Eichenprozessionsspinnern, die in der Region vermehrt auftreten. Besonders betroffen ist die Samtgemeinde Bardowick, wo eine Spezialfirma sogar im Freibad im Einsatz ist. Das Ordnungsamt berichtet von extremen Befällen – viele Raupen wurden bereits abgesaugt. Reiterhöfe, Kindergärten und eine Hundeschule stehen ebenfalls auf der Liste der betroffenen Einrichtungen. Die Nachbargemeinden Barum und Wittorf sind übrigens auch nicht verschont geblieben.

Schätzungen zufolge sind etwa 1.000 Eichen befallen, wenn man die Feldwege mit einbezieht. Die hohe Zahl an Eichenprozessionsspinnern ist auf die optimalen Wetterbedingungen im Vorjahr zurückzuführen. Eine Herausforderung ist, dass in diesem Jahr mehrere Generationen von Raupen bekämpft werden müssen. Dabei zeigen die Kommunen in Niedersachsen unterschiedliche Betroffenheit. Während der Landkreis Harburg Hotspots in Winsen (Luhe), der Samtgemeinde Elbmarsch und der Gemeinde Salzhausen hat, gibt es im Heidekreis und im Landkreis Lüchow-Dannenberg keine auffälligen Probleme.

Die Gefahren der Raupen

Die Raupen der Eichenprozessionsspinner leben an Eichen und ihre Brennhaare enthalten Nesselgift. Wer mit diesen Brennhaaren in Kontakt kommt, kann mit Ausschlägen, Juckreiz und sogar allergischen Reaktionen rechnen. Eine einzelne Raupe hat etwa 600.000 Brennhaare, die durch den Wind verbreitet werden können. Das macht die Bekämpfung umso wichtiger.

Um der Plage Herr zu werden, setzen die Spezialfirmen auf Nematoden – das sind Fadenwürmer – und Pflanzenschutzmittel. Diese Nematoden werden auf die Bäume gesprüht, und die Nester werden später abgesaugt. Es ist erwähnenswert, dass die Niedersächsischen Landesforsten Schutzkleidung bei Aufenthalten in der Natur empfehlen. Die Stadt hat in diesem Zusammenhang fast 130.000 Euro für die Bekämpfung ausgegeben. Zum Vergleich: In normalen Jahren investiert man lediglich bis zu 15.000 Euro.

Professionelle Bekämpfung ist gefragt

Die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner ist aus Naturschutzsicht erlaubt, jedoch sollten die Maßnahmen von Fachleuten durchgeführt werden. Diese tragen Chemievollschutzanzüge und Atemschutz, wobei Übergänge und Öffnungen in der Kleidung mit Klebeband abgedichtet werden. So weit, so gut! Zu den Methoden, die zur Bekämpfung eingesetzt werden, gehören sowohl Insektizide als auch mechanische Verfahren.

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Um die Brennhaare zu verhindern und die Population zu reduzieren, empfiehlt es sich, die frühen Larvenstadien von Ende April bis Mitte Mai zu behandeln. Dabei können Hubschrauber oder Drohnen zum Einsatz kommen. Besonders interessant: Drohnen dürfen eingesetzt werden, wenn das Überfliegen von bebauten Gebieten nicht möglich ist. Gängige Drohnen können etwa zehn Minuten fliegen und bis zu 40 kg Sprühlösung tragen. Allerdings müssen sie danach aufgeladen und nachgetankt werden.

Eine Firma namens Webaro bietet nicht nur Hochleistungsdrohnen an, sondern auch die Möglichkeit, einen Führerschein für den Drohneneinsatz zu erwerben. MaxCoreTech ist eine weitere Bekämpfungsfirma, die ebenfalls Drohnen in ihrem Repertoire hat. Nach dem Zeitfenster von Ende April bis Mitte Mai bleibt nur noch die lokale Beseitigung der Nester möglich, was durch Absaugen mit Spezialgeräten oder Heißschaumverfahren erfolgt. Abflammen der Nester oder das Entfernen mit Wasserstrahl sind nicht empfehlenswert – die Gefahr, dass sich die Gifthaare verteilen, ist einfach zu groß.

Die Situation ist also ernst. Die Eichenprozessionsspinner sind wenig erforscht, und erste Forschungen beginnen erst. Die Maßnahmen zur Bekämpfung sind dringend nötig, um die Lebensqualität der Bürger in der Region zu sichern. Die Natur zeigt uns mal wieder, dass sie ihre eigenen Gesetze hat. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Lage weiterentwickelt und welche Maßnahmen noch ergriffen werden.

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