In Emden brodelt es in der Schulpolitik. Die aktuelle Situation sorgt für Unruhe und Frustration unter den Eltern und Bürgern, die sich mehr Gehör in der Schulentwicklung wünschen. Der Schulausschuss, ein wichtiges Gremium, soll nun verschoben werden, was heftige Kritiken nach sich zieht. Zerrin Mentjes, die Vorsitzende des Stadtelternrates, äußerte sich scharf gegen die Verantwortlichen von CDU, FDP und SPD und warf ihnen vor, die Diskussion über wichtige offene Fragen zu verweigern. „Es entsteht der Eindruck, dass wir Eltern und Bürger nur Zaungäste sind“, sagte sie und fügte hinzu, dass die plötzliche Verschiebung des Schulausschusses das Vertrauen in die Politik gefährden könnte.
Das Missfallen ist nachvollziehbar, besonders nach einem Eklat im Dezember, der die Gemüter erhitzt hat. Die Oberschule Herrentor bleibt vorerst bestehen, während die Raumnot der Integrierten Gesamtschule (IGS) anders gelöst werden soll. Interessant ist, dass die Borssum Oberschule eventuell in eine IGS umgewandelt werden könnte. Ein Anbau am Max-Gymnasium wird ebenfalls diskutiert. Doch die Neuberechnungen für die Schulentwicklungen nehmen Zeit in Anspruch, was die Geduld der Eltern auf die Probe stellt.
Eltern haben viele Fragen
Der Schulausschuss sollte zudem ein Forum für Bürgeranfragen sein – auch zum heiklen Thema Mobbing. Doch die Kritik an Zerrin Mentjes wächst. Ihr wird vorgeworfen, sich vor allem für die IGS einzusetzen und einseitige Entscheidungen zu treffen. Elternvertreter der Herrentorschule fühlen sich von ihr nicht repräsentiert. André Göring, der Fraktionschef der Grünen, bezeichnete den neuen Schulentwicklungsplan als „planlos, praxisfern und problematisch“. Auch Stadtrat Volker Grendel betont, dass der Ratsbeschluss für die Verwaltung bindend sei, doch viele Fragen zur Umsetzung der Änderungen bleiben offen.
Die Mitbestimmung der Eltern ist ein zentrales Thema in der Schulorganisation. Laut dem niedersächsischen Schulgesetz haben Erziehungsberechtigte Mitwirkungsrechte in verschiedenen Gremien wie Klassenelternschaften, Schulelternrat und Schulvorstand. Sie dürfen alle schulischen Fragen erörtern und müssen vor grundsätzlichen Entscheidungen gehört werden. Schulleitungen und Lehrkräfte sind verpflichtet, den Elternvertretungen erforderliche Auskünfte zu erteilen. Doch die Mitwirkung der Eltern ist oft auf Erörterungs- und Informationsrechte beschränkt, was die Fragen und Sorgen der Eltern nicht immer ausreichend adressiert.
In Zeiten, in denen Vertrauen zwischen Bürgern und Politik auf dem Spiel steht, ist es umso wichtiger, dass die Stimmen der Eltern gehört werden. Der Schulausschuss muss ein Ort des Austauschs sein, und nicht nur ein Schauplatz für politische Machtspiele. Denn letztlich geht es um die Zukunft der Kinder, und die sollten im Mittelpunkt stehen.
