Im Emsland hat die Deutsch-Irakerin Darya Kawa, die 1997 im Irak geboren wurde, eine bemerkenswerte Reise hinter sich. Mit ihrer Familie floh sie als Kind über das Mittelmeer nach Deutschland, da ihr Vater als Kurde verfolgt wurde. Diese Flucht war für Darya eine prägende Erfahrung, die sie als fremd und unwohl in ihrer neuen Heimat erlebte, da sie dort keine Familie hatte. Die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert war, führten zu jahrelangen Kämpfen mit Albträumen und Depressionen.
Um mit ihren Erlebnissen umzugehen, begann Darya, ihre Gedanken niederzuschreiben. Sie betont, wie wichtig die Unterstützung durch Freunde und Psychologen für ihre Heilung war. Diese Erfahrungen möchte sie nun mit anderen teilen und plant, ein Buch über ihre Flucht und das Aufwachsen in zwei Kulturen zu schreiben. Darya fühlt sich der deutschen Kultur verbunden und spricht positiv über ihre Erfahrungen mit deutschen Freunden sowie über die plattdeutsche Sprache. Ihre Liebe zur Schlagermusik entstand auf den Schützenfesten, wo sie die fröhliche Atmosphäre entdeckte.
Ein neuer musikalischer Weg
Im Januar 2026 wird Darya ihren ersten eigenen Song mit dem Titel „Einfach immer zu, ein Stück vom Glück probier’n“ veröffentlichen. Der Song soll Mut machen und ermutigen, neue Wege zu gehen und sich weiterzuentwickeln. Darya möchte mit ihrer Musik zeigen, dass Menschen trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe viele Gemeinsamkeiten haben.
Psychische Gesundheit von Geflüchteten
Die Geschichte von Darya Kawa spiegelt wider, wie viele Menschen in Deutschland, die Schutz vor Krieg, Verfolgung, Gewalt und Hunger suchen, psychisch schwer belastet sind. Die Zunahme von Flüchtlingen bringt Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung, insbesondere in der Psychiatrie und Psychotherapie, mit sich. Viele Neuankömmlinge haben mit posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen, die im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bis zu zehnfach erhöht sein können.
Die Zugangsbarrieren im psychosozialen Versorgungssystem stellen eine weitere Hürde dar. Menschen mit Migrationshintergrund sehen sich oft sprachlichen, kulturellen und administrativen Herausforderungen gegenüber, die ihren Zugang zu notwendigen Therapien erschweren. Es besteht ein dringender Bedarf an klaren strukturellen Rahmenbedingungen, um eine bedarfsgerechte Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund sicherzustellen. Vorschläge zur Verbesserung umfassen die Sicherung der Kostenübernahme für Sprach- und Kulturmittler sowie die Weiterbildung von Fachkräften in kultursensibler Diagnostik und Behandlung. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, die psychische Gesundheit von Geflüchteten nachhaltig zu fördern und ihre Integration in die Gesellschaft zu erleichtern.
Für Darya Kawa ist die Musik nicht nur ein Ausdruck ihrer Erfahrungen, sondern auch ein Weg, anderen Mut zu machen und Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu schlagen. Ihre Reise ist ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Unterstützung zu finden und sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden.