In der idyllischen Region Friesland hat ein Storchen-Paar in der Branterei in Schortens erneut für Aufsehen gesorgt. Zum dritten Mal in Folge brütet das Paar auf dem Grundstück der Familie Böhm, die die Nester dieser eleganten Vögel seit Jahren mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Thure Christian Böhm, Gruppenleiter im Garten- und Landschaftsbau, hat sogar das Paarungsritual des Storch-Paares fotografisch festgehalten und ist überzeugt, dass es sich um dasselbe Paar handelt, das bereits in den vergangenen Jahren hier nistete.
Die Nisthilfe, die dem Paar als Brutstätte dient, wurde im Jahr 2016 eingerichtet, nachdem ein Blitz in eine alte Eiche eingeschlagen war. Neun Jahre lang blieben die Störche in Schortens verschwunden, bis 2024 das erste Weißstorch-Paar zurückkehrte. Normalerweise brütet das Paar drei bis fünf Eier, die nach 32 bis 33 Tagen schlüpfen. In den letzten beiden Jahren überlebte jeweils ein Jungtier. Um der Sicherheit der jungen Störche gerecht zu werden, muss die Nisthilfe jährlich gereinigt werden.
Ein Blick in die Zukunft der Störche
Die Beobachtungen von Thure Christian Böhm sind besonders wertvoll, da er auch mögliche Auswirkungen des geplanten Ausbaus des Gewerbegebiets auf die Störche im Auge behält. Es wird befürchtet, dass das Feuchtgebiet, in dem die Störche nach Nahrung suchen, verkleinert wird, was für die Tiere eine große Herausforderung darstellen kann.
Der Weißstorch hat in Deutschland eine bewegte Geschichte. In den 1980er Jahren war er nahezu ausgestorben, hat sich jedoch seither erholt. Die Bundesarbeitsgruppe (BAG) Weißstorchschutz führt jährliche Bestandserfassungen durch, die auf Daten aus allen Bundesländern basieren. Trotz der positiven Entwicklung gibt es immer mehr Gefahren für den Weißstorch, insbesondere durch Lebensraumverlust und extreme Wetterbedingungen.
Schutzmaßnahmen und Öffentlichkeit
Der natürliche Lebensraum des Weißstorchs, das feuchte Grünland, verschwindet zunehmend. Die BAG setzt sich daher aktiv für den Erhalt des Lebens- und Nahrungsraums der Störche ein. Unterstützt wird diese Arbeit durch das örtliche NABU-Ehrenamt, das unter anderem Citizen-Science-Projekte wie die Online-Weißstorcherfassung ins Leben gerufen hat. Diese Projekte sollen die Öffentlichkeit stärker in den Weißstorchschutz einbinden und die Sammlung von Daten zur Verbreitung und zum Bestand fördern.
Interessierte können an der Online-Weißstorcherfassung teilnehmen, indem sie ihre eigenen Beobachtungen dokumentieren, einschließlich Koordinaten, Datum, Uhrzeit und optionalen Fotos. Auch NABU-Kreisverbände organisieren jährlich Zählungen der Winterstörche, bei denen Freiwillige herzlich eingeladen sind, sich zu beteiligen.
Mit diesen verschiedenen Initiativen wird deutlich, wie wichtig der Schutz des Weißstorchs und seines Lebensraumes ist. Während sie in Schortens brüten, bleibt die Zukunft dieser majestätischen Vögel in unseren Händen.