Vandalismus gegen queere Symbole in Göttingen: Polizei ermittelt
In der Nacht zu Mittwoch wurden in Göttingen die „Regenbogen“-Treppe am Albaniplatz sowie eine Mauer und eine Gedenktafel an die Bücherverbrennung mit Farben der Deutschlandfahne übersprüht. Unbekannte Täter hinterließen zudem queerfeindliche Botschaften, darunter das Akronym „ACAB“. Diese Sachbeschädigungen haben die Ermittlungen des Staatsschutzkommissariats auf den Plan gerufen. Die Polizei Göttingen bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0551 491-2115 zu melden.
Besonders sensibel äußert sich die Polizei zu diesen Schmierereien, vor allem im Hinblick auf den bevorstehenden Christopher Street Day (CSD) am 20. Juni. Die Treppe, die 2023 anlässlich des CSD dauerhaft angestrichen wurde, sollte ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz setzen. Am Mittwochmorgen nahmen sich Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums der Sache an und restaurierten die Treppe. Ein wirklich vorbildlicher Einsatz! Der CSD bedankte sich in einer Instagram-Story bei den engagierten Schülerinnen für ihre schnelle Hilfe.
Reaktionen und Unterstützung der Gemeinschaft
Die grüne Landtagsabgeordnete Marie Kollenrott berichtete, dass die geschändete Gedenktafel bereits gereinigt wird. Inzwischen äußerten die Jusos Göttingen, dass es sich bei den Vorfällen um einen „gezielten Angriff auf queere Sichtbarkeit und Vielfalt“ handelt. Es ist erschreckend, wie solche Aktionen immer wieder die Gemeinschaft belasten und die Sichtbarkeit queerer Menschen in Frage stellen.
Die Vorfälle in Göttingen stehen in einem größeren Kontext. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) ist die Zahl queerfeindlicher Straftaten in den letzten Jahren stark angestiegen. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 17.007 Fälle von Hasskriminalität erfasst, darunter 1.785 Straftaten, die sich gegen LSBTIQ* richteten. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutlicher Anstieg, was wirklich alarmierend ist. Die häufigsten Straftaten gegen LSBTIQ* sind Beleidigungen, Gewalttaten sowie Volksverhetzungen, was uns alle zum Nachdenken anregen sollte.
Die Dunkelfeld-Studie „A long way to go for LGBTI equality“ zeigt, dass viele Betroffene aus Angst vor weiteren Reaktionen oder weil sie Vorfälle als „zu gering“ erachten, keine Anzeige erstatten. Das BKA setzt sich für Vielfalt und gegen Diskriminierung ein und fördert eine offene, tolerante und diverse Arbeitsumgebung. Das interne queere Netzwerk im BKA hat sich zur Aufgabe gemacht, die Belange von LSBTIQ* zu unterstützen und hat sogar anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie die Regenbogenflagge gehisst.
Die Vorfälle in Göttingen sind nicht isoliert, sondern Teil eines besorgniserregenden Trends. Es bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen schnell voranschreiten und solche Angriffe auf die queere Community nicht unbeantwortet bleiben.
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