Die Staatsoper Hannover hat in den letzten sechs Jahren unter der Leitung von Stephan Zilias einen beeindruckenden Weg zurückgelegt. Zilias, der seit der Spielzeit 2020/21 als Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Niedersächsischen Staatsorchesters tätig war, wird nun neue Herausforderungen an der Flämischen Oper in Gent annehmen. Seine Zeit in Hannover endete mit einem Kinderkonzert, das als sein letztes Konzert in der niedersächsischen Landeshauptstadt gilt. Hier</a reflektiert er über seine Zeit und gibt Einblicke in seine bevorstehenden Veränderungen.

Unter Zilias‘ Leitung wurde die Staatsoper Hannover bei den „Oper! Awards“ als „Bestes Opernhaus“ ausgezeichnet. Diese Ehrung ist nicht nur ein Beweis für seine künstlerische Vision, sondern auch für die innovative Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Jugendorchester. Zilias hebt besonders die Bedeutung der Jugendförderung hervor und zeigt, wie wichtig es ist, junge Menschen für die Oper zu begeistern.

Ein Blick auf die Erfolge

In seiner Zeit an der Staatsoper dirigierte Zilias zahlreiche bedeutende Werke. Von Wagner’s Parsifal bis hin zu Bizets Carmen – die Liste seiner Produktionen ist lang und beeindruckend. Auch das Stück Der Vampyr wurde unter seiner Leitung als „Wiederentdeckung des Jahres“ nominiert. In dieser laufenden Saison stehen unter anderem Salome und der Sommernachtstraum auf seinem Programm. Es ist offensichtlich, dass Zilias ein breites Spektrum an Opern und Konzerten abdeckt, was seinen Rang als Dirigent weiter festigt.

Einen besonderen Moment wird es am 26. Juni in Hannover geben, wenn Zilias mit einer Aufführung von Schwanensee seine Abschiedsvorstellung gibt. In einem Interview äußert er Dankbarkeit für die Zeit in Hannover und plant, weiterhin dort zu wohnen, auch wenn er bald nach Gent wechselt. Der Unterschied im Betriebsmodell zwischen der Flämischen Oper, die einen Stagione-Betrieb hat, und der Staatsoper Hannover, die im Repertoire-Betrieb arbeitet, wird für ihn eine spannende Herausforderung darstellen.

Die Zukunft der Staatsoper

Die Staatsoper Hannover wird ab der Saison 2026/2027 von einem neuen künstlerischen Leiter geführt werden. Bodo Busse, der die Intendanz von Laura Berman übernimmt, hat große Pläne, um die Oper weiterhin in die Herzen der Menschen zu bringen. Dabei wird er innovative Ideen einbringen, um neue Zielgruppen zu erreichen und die Auslastung, die Zilias lobt, weiter zu steigern. Darüber hinaus werden Sanierungsmaßnahmen für die Oper und das Theater im Ballhof finanziert – ein Zeichen dafür, dass die Kultur in Niedersachsen nicht nur erhalten, sondern auch weiterentwickelt wird.

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Doch die Herausforderungen sind auch nicht zu unterschätzen. Laut dem Deutschen Musikinformationszentrum ist die Anzahl der Ensemblestellen an Theatern in Deutschland seit der Jahrtausendwende um 18 Prozent gesunken. Die Vorstellungszahlen im Opernbereich haben seit Mitte der 90er Jahre um fast 20 Prozent abgenommen. Angesichts dieser Entwicklungen ist es umso wichtiger, dass die Opernhäuser kreative Wege finden, um das Publikum zu gewinnen und die nächste Generation von Künstlern auszubilden. Zilias‘ Engagement für die Jugendförderung könnte hier einen entscheidenden Beitrag leisten.

Die Szene ist in Bewegung, und während Zilias sich auf neue Abenteuer vorbereitet, bleibt die Frage, wie die Opernlandschaft in Deutschland in den kommenden Jahren aussehen wird. Das Überangebot an ausgebildeten Opernsängern, die auf der Suche nach Engagements sind, zeigt, wie wichtig es ist, sich ständig neu zu erfinden und das Publikum mit frischen Ideen zu begeistern. Hier sind kreative Köpfe wie Bodo Busse gefragt!