Heute ist der 18.04.2026. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat ein Ermittlungsverfahren gegen die SPD-Politikerin Hülya Iri sowie ihre Tochter Esma B. eingeleitet. Der Verdacht steht im Raum, dass beide in Untreue und Subventionsbetrug verwickelt sind. Insbesondere geht es um den Integrationsverein „Integrationsarbeit Kronsberg e.V.“, der 2018 in Hannover-Kronsberg gegründet wurde. Der Verein, der sich mit der Integration von Migranten beschäftigt, ging Ende März 2026 insolvent und erhielt zuvor über 1,2 Millionen Euro an staatlichen Fördergeldern aus verschiedenen Quellen, darunter Bundes-, Landes- und Regionalmittel.
Die Ermittlungen wurden durch eine Strafanzeige des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ausgelöst, die den Verdacht auf eine zweckwidrige Verwendung von 740.000 Euro Fördermitteln aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) erhob. Bereits zuvor waren acht anonyme Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, die jedoch nicht konkret genug waren. Die neunte Anzeige, die im Dezember 2025 eingereicht wurde, führte schließlich zu den laufenden Ermittlungen. Es gibt Verdachtsmomente, dass Iri und Esma B. die Gelder des Vereins für Immobilienkäufe missbraucht haben.
Gerüchte und Unregelmäßigkeiten
Seit etwa zwei Jahren kursieren Gerüchte über Unregelmäßigkeiten rund um den Verein. Auffällig ist, dass der „Integrationsarbeit Kronsberg e.V.“ keine Homepage besitzt und nur wenig Aktivitäten zeigt. Zudem hat die Stadtverwaltung von Hannover Bedenken hinsichtlich der Verdienstausfallentschädigungen von Hülya Iri geäußert. Ende März 2026 legte Iri aus gesundheitlichen Gründen ihr Mandat im Rat der Stadt nieder. In der gleichen Woche ruhten Iri und ihre Kinder ihre Parteimitgliedschaft, nachdem die SPD ein Parteiordnungsverfahren angedroht hatte.
Hülya Iri und ihre Kinder waren in der SPD aktiv und engagierten sich in Wahlkämpfen prominenter Politiker. Ihr Sohn trat Anfang März 2026 eine befristete Stelle im Ordnungsdezernat des SPD-Politikers Axel von der Ohe an. Zudem setzte sich Iri Ende 2025 für ein Empfehlungsschreiben der Stadtverwaltung für ein Projekt ihres Vereins ein, das sie jedoch nicht erhielt. Des Weiteren bekam Iri Fördermittel von der niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung: 8.000 Euro für Coachings im Jahr 2019 und 20.000 Euro für das Projekt „Demokratie goes online“ im Jahr 2022.
Rückzahlungen und Konsequenzen
Nach eingehender Prüfung wurde Iri aufgefordert, 2.786,91 Euro von bereits ausgezahltem Fördergeld zurückzuzahlen. Diese Entwicklungen werfen ein kritisches Licht auf die Integrität und Verwaltung von Fördergeldern durch lokale Vereine. Die laufenden Ermittlungen könnten weitreichende Konsequenzen nicht nur für die betroffenen Personen, sondern auch für die SPD haben, die sich in einer schwierigen Lage befindet, da solche Vorfälle das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Partei strapazieren.
Der Fall um Hülya Iri und den Integrationsverein in Hannover zeigt, wie wichtig Transparenz und rechtmäßige Verwendung von Fördergeldern sind, insbesondere in der sensiblen Thematik der Integration. Die Situation wird weiterhin aufmerksam verfolgt, da der Ausgang der Ermittlungen und mögliche rechtliche Konsequenzen noch unklar sind. Die Bürgerinnen und Bürger werden die Entwicklungen mit Interesse beobachten, während die Staatsanwaltschaft an der Aufklärung der Vorwürfe arbeitet.
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