Heute, am 29. April 2026, versammelten sich rund 1.000 Beschäftigte aus verschiedenen Theatern in Niedersachsen in Hannover, um für die Kultur und die finanzielle Unterstützung ihrer Bühnen zu demonstrieren. Die Aktion wurde vom Aktionsbündnis #rettedeintheater organisiert und zog Teilnehmer aus dem Deutschen Theater Göttingen, der Landesbühne Wilhelmshaven sowie den Theatern in Osnabrück und Lüneburg an. Der Vorwurf an das Land Niedersachsen ist klar: Es stehle sich aus der Verantwortung, während mehrere Theater über finanzielle Engpässe klagen.
Erich Sidler, Intendant des Theaters in Göttingen, warnte bereits vor betriebsbedingten Kündigungen, sollte die finanzielle Unterstützung nicht erhöht werden. Seit sechs Jahren zahlt das Land die Tarifsteigerungen für die Löhne nicht vollständig, was die Situation der Theater weiter verschärft. Ulrich Mokrusch, Intendant des Theaters in Osnabrück, fordert die Einhaltung des Tarifvertrags und macht deutlich, dass die Theater auf die Unterstützung der Besucher angewiesen sind. Um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, initiieren die Theater eine Postkartenaktion, deren Ergebnisse im Mai übergeben werden sollen.
Die finanzielle Lage der Theater
Die Finanzierung der Theater in Niedersachsen ist durch verschiedene Faktoren gefährdet. Niedersachsen finanziert sechs kommunale Bühnen und ein Orchester, darunter das Celler Schlosstheater, jedoch nicht ausreichend. In einer Stadtrats- und Kreistagssitzung wurde berichtet, dass tarifrechtliche Erhöhungen nicht ausgeglichen werden. Zu den betroffenen Theatern zählen Hildesheim, Osnabrück, Wilhelmshaven, Lüneburg und Göttingen. Göttingen hat einen Antrag auf Ausgleich gestellt, dem sich Celle anschließt. Der Rat Celle forderte einstimmig die Landesregierung auf, ihrer Verantwortung für die kommunalen Theater und Orchester nachzukommen.
Die Erste Stadträtin Nicole Mrotzek äußerte, dass das Land sich seit Jahren aus dieser Verantwortung zurückziehe, insbesondere seit dem Ausstieg aus der Mitfinanzierung von Tarifsteigerungen im Jahr 2020. Die kommunalen Theater und Orchester können Verluste aufgrund der Verweigerung des Landes nicht ausgleichen und sehen sich steigenden Kosten durch Inflation sowie pandemiebedingten Ausfällen gegenüber. Ein aktueller Vorschlag sieht vor, dass die Theater in den Jahren 2026 und 2028 auf Zuschusssteigerungen verzichten sollen, was Unmut und Aufmerksamkeit ausgelöst hat.
Die Forderungen der Theater
Niedersachsens Theater fordern mehr Landesgeld, um Einbußen bei Personal und Programm zu vermeiden. Rund 2.800 Mitarbeitende sind betroffen. Bei einem Treffen in Hannover unter dem Motto „Starke Theater, starkes Land“ mit sechs niedersächsischen Kommunaltheatern und drei Staatstheatern wurde die Forderung nach zusätzlichen 25 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre zur Kompensation von Tarifsteigerungen laut. Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt bezeichnete die Situation als eine „riesige Lücke“ in den Wirtschaftsplänen der Theater.
Kulturminister Falko Mohrs (SPD) betonte in einem Statement die Bedeutung der Theater für die Gesellschaft und zeigte Bereitschaft zur weiteren Unterstützung der Theaterfinanzierung. Landtagspräsidentin Hanna Naber hob die Kunstfreiheit als einen wichtigen Bestandteil der demokratischen Grundordnung hervor. Während des Treffens fanden auch Aufführungen in anderen Theatern statt, was die Dringlichkeit der Situation unterstrich.
Die Theaterlandschaft in Niedersachsen steht somit vor entscheidenden Herausforderungen. Mit einem breiten Spektrum von Theatern – darunter das Schauspiel Hannover, das Oldenburgische Staatstheater und die Kunstfestspiele Herrenhausen – ist die Unterstützung der Kultur von zentraler Bedeutung. Ob die Landesregierung den Forderungen nachkommt, bleibt abzuwarten. Die Zeit drängt, und die Stimmen der Theatermacher und -mitarbeiter werden immer lauter.
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