Am 26. Mai 2026, ausgerechnet am Wochenende, ereignete sich ein Einbruch in eine Bäckerei an der Boschstraße in Anröchte. Die unbekannten Täter nutzten die Zeit zwischen Samstagnachmittag, 15 Uhr, und Sonntagmorgen, 9.40 Uhr, um sich ungestört Zugang zu verschaffen. Dabei gingen sie ganz ungeniert vor, was die Ermittler der Kriminalpolizei später feststellen mussten. Der Zugang zum Firmengebäude erfolgte über ein Fenster an der Rückseite, das deutliche Hebelspuren aufwies. Auf den Fensterbänken fanden die Ermittler zudem Schuhabdrücke, die einen Eindruck von der Unbekümmertheit der Einbrecher hinterließen.

Im Inneren des Gebäudes hinterließen die Täter eine Spur der Verwüstung. Ein Bewegungsmelder und eine Deckenlampe wurden beschädigt, um die Beleuchtung zu verhindern, während sie sich durch mehrere gewaltsam aufgebrochene Türen hindurcharbeiteten. Besonders dreist entwendeten sie aus einem Büroraum einen leeren Tresor, der unglücklicherweise nur auf einem Tisch stand. Der Tresor war wohl nicht die erhoffte Beute, aber die Einbrecher verließen das Gebäude durch ein weiteres Fenster, ohne gesehen zu werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und sich um die Spurensicherung gekümmert. Zeugen, die möglicherweise verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe der Boschstraße oder der Völlinghauser Straße gesehen haben, werden gebeten, sich zu melden – entweder direkt bei der Polizei unter 02941 91000 oder bei der nächsten Polizeidienststelle. Die Situation ist zwar ärgerlich, aber nicht neu.

Einbrüche im Aufwärtstrend

In den letzten Jahren sind Einbrüche in Deutschland ein immer wiederkehrendes Thema. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 verzeichnete insgesamt 82.920 Fälle, einschließlich der Einbruchsversuche. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es noch 78.436 Fälle. Die Aufklärungsquote lag allerdings nur bei 14,1 Prozent. Das ist nicht besonders viel, wenn man bedenkt, dass viele Einbrüche aufgrund von sicherungstechnischen Maßnahmen scheitern – 44,9 Prozent der Einbrüche im Jahr 2025 blieben erfolglos. Die Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland – SKiD 2024“ zeigt zudem, dass 28,6 Prozent der Bevölkerung ziemlich oder sehr stark besorgt über mögliche Einbrüche sind. Komischerweise ist das ein Anstieg im Vergleich zu 2020, als es nur 27,1 Prozent waren.

Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der Diebstähle – um 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. So wurden 2025 insgesamt 92.870 Fälle von Diebstählen aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen registriert. Die Beute sind oft hochwertige Elektroräder, die immer beliebter werden. Der Einbruch in die Bäckerei in Anröchte reiht sich also in eine besorgniserregende Statistik ein. Es bleibt zu hoffen, dass die Polizei weitere Hinweise erhält und den Tätern auf die Spur kommt. Vielleicht können aufmerksame Nachbarn, richtiges Verhalten und geeignete Sicherungstechnik zukünftige Einbrüche verhindern – was auch immer das bedeuten mag.