Heute ist der 4.06.2026 und wir blicken nach Lüneburg, wo sich am Amtsgericht ein interessanter Fall abspielt, der nicht nur Tierschützer, sondern auch die Stadtverwaltung in ein hitziges Gefecht verwickelt hat. Die Vorsitzende des Vereins „Stadttauben Lüneburg“ steht vor Gericht, weil sie gegen ein städtisches Fütterungsverbot für Tauben verstoßen haben soll. Ein Verbot, das nicht nur auf dem Papier besteht, sondern auch mit einem Hintergrund kommt, der die Gemüter erhitzt.

Die Stadt hatte dem Verein ursprünglich eine Ausnahmegenehmigung erteilt, um den Tauben mit einer speziellen Maßnahme zu helfen. Ziel war es, die Tauben in Nistkästen zu locken, um ihre Eier durch Gipseier auszutauschen. Ein bisschen wie bei einem Täuschungsmanöver, um die Population zu verringern. Doch die Stadt stellte bald fest, dass diese Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg brachte. So blieb das Fütterungsverbot bestehen und die Fronten zwischen dem Verein und der Stadt wurden verhärtet.

Ein kompliziertes Verhältnis

Inge Prestele, die Vorsitzende des Vereins, sieht die Sache anders. „Es geht darum, ein Problem zu lösen, nicht nur Tauben zu füttern“, sagt sie und betont die Wichtigkeit ausreichender Futtermengen in den Taubenschlägen. Ein Konzept, das die Stadt nicht umsetzen möchte, denn sie folgt dem Baseler Konzept, das als wenig erfolgreich gilt. Komischerweise hat der Verein in den ersten neun Monaten des Jahres bereits 546 Taubeneier gegen Attrappen getauscht, um die Population zu kontrollieren.

Einige der Maßnahmen, die die Stadt ergriffen hat, scheinen jedoch mehr schädlich als nützlich zu sein. So wurde ein Taubenschlag für 900 freilebende Haustauben bereitgestellt, was einfach nicht ausreicht. Die Stadt ordnete an, dass nur für die Tauben im Taubenschlag Futter bereitgestellt werden darf, während 700 Tauben, die täglich versorgt wurden, vom Zugang zum Taubenschlag ausgeschlossen werden sollten. Hier fragt man sich doch, wie das mit dem Tierschutz zu vereinbaren ist.

Ein schmaler Grat zwischen Tierschutz und Verwaltung

Bereits 2019 starteten Stadt und Verein ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement, um die Bürger zu entlasten und die Taubenvermehrung zu kontrollieren. Doch das hat sich geändert, und die Stadt entschied einseitig, das gemeinsame Konzept zu ändern. Diese Änderungen haben der Wirksamkeit der Taubenschläge und dem Tierschutz stark geschadet. Die Verwaltung verfolgt das Ziel, die Population durch Futterentzug zu reduzieren, was den Erfolg des Umsiedlungsprojekts gefährdet.

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Der Verein, der sich dem Tierschutz verschrieben hat, sieht sich nun in der Zwickmühle. Es ist ein ständiger Kampf gegen die Anordnungen der Stadtverwaltung, die eine ganz andere Richtung einschlagen möchte. Ob das gut geht? Das bleibt abzuwarten. Die Anhörung am Amtsgericht könnte bald klären, ob die Tierschutzbemühungen des Vereins weiterhin Bestand haben oder ob die Stadt das Sagen behält. Die Situation ist angespannt und zeigt, wie schwierig es ist, zwischen den Bedürfnissen von Tieren und den Vorgaben der Stadt zu vermitteln.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die Quelle auf NDR besuchen: NDR.

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