Die Zeckensaison hat im Landkreis Northeim begonnen. Dies ist keine erfreuliche Nachricht, besonders für alle, die gerne Zeit im Freien verbringen. Die Gesundheitsdienste der Kreisverwaltung warnen eindringlich vor den Gesundheitsrisiken, die durch Zeckenstiche entstehen können. Diese kleinen blutsaugenden Parasiten sind nicht nur im Wald oder auf Wiesen zu finden, sondern auch in Parks, in Grünflächen in den Innenstädten und sogar im heimischen Garten. Man könnte fast sagen, sie sind überall!
Die Zeckensaison erstreckt sich in der Regel von März bis Oktober, und während dieser Zeit sollte man besonders vorsichtig sein. Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen, darunter Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In Niedersachsen gibt es zwei ausgewiesene FSME-Risikogebiete. Im Landkreis Northeim sind bisher glücklicherweise keine FSME-Erkrankungen bekannt. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn Borreliose ist hier eine ernst zu nehmende Gefahr. Ein typisches Symptom dieser bakteriellen Infektion ist die Wanderröte, die, ehrlich gesagt, alles andere als schön aussieht.
Vorbeugung ist besser als Heilen
Die Gesundheitsdienste geben einige hilfreiche Empfehlungen zur Zeckenvorbeugung. Dazu gehört das Tragen von langärmeliger Kleidung und festem Schuhwerk – ganz wichtig, um den kleinen Blutsaugern nicht den Zugang zu erleichtern. Außerdem sollte man hohes Gras und Unterholz vermeiden, wenn es geht. Die Nutzung von zeckenabweisenden Mitteln kann ebenfalls helfen, sich zu schützen. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man sich und seine Haustiere gründlich auf Zecken absuchen. Und wenn man in einem Risikogebiet unterwegs ist, sollte man auch die FSME-Impfung in Betracht ziehen, da es gegen Borreliose keine Impfung gibt.
Falls es doch zu einem Zeckenstich kommt, ist schnelles Handeln gefragt. Die Zecke sollte schnell und sicher entfernt werden, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Zeckenkarten sind bei den Gesundheitsdiensten erhältlich, falls jemand unsicher ist, wie man die kleinen Plagegeister richtig entfernt. Bei Fragen können Bürger die Gesundheitsdienste ganz unkompliziert per E-Mail kontaktieren.
Die Hyalomma-Zecke: Ein neuer Spieler im Spiel?
Ein weiterer interessanter Punkt sind die Hyalomma-Zecken, die seit 2007 in einigen Regionen Deutschlands nachgewiesen wurden. Diese Zeckengattung ist in Teilen Asiens, Afrikas und einigen Regionen Südosteuropas verbreitet. Man sollte wissen, dass Hyalomma-Zecken etwa doppelt so groß sind wie die bekannten Ixodes ricinus. Ihre gestreiften Beine ermöglichen es ihnen, schnell auf ihre Beute zuzukrabbeln. Die meisten adulten Hyalomma-Zecken treten im Sommer und Spätsommer auf. Aber keine Sorge, sie sind in Deutschland nach wie vor selten; jährlich werden zwischen zwei und etwa 20 Exemplare ans Robert Koch-Institut (RKI) geschickt.
Ein wenig beunruhigend ist die Tatsache, dass Hyalomma-Zecken gefährliche Krankheitserreger wie das Krim-Kongo-Virus tragen können, welches das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber (CCHF) beim Menschen verursacht. Allerdings kommt das Virus in Deutschland bei Wild- oder Nutztieren nicht vor. Das nächste größere Vorkommen ist in Südfrankreich, was uns vielleicht etwas beruhigt. Dennoch ist es wichtig, wachsam zu bleiben, denn Larven und Nymphen, die über Zugvögel nach Deutschland gelangen, könnten potenziell das Virus in sich tragen. Wissenschaftler schätzen, dass jährlich Millionen von Hyalomma-Larven oder -Nymphen mit Zugvögeln nach Deutschland gelangen.
Die Zeckensaison ist also nicht nur ein Thema für den Landkreis Northeim, sondern betrifft uns alle, die gerne im Freien sind. Bleibt also aufmerksam und schützt euch und eure Lieben vor den kleinen, aber gefährlichen Plagegeistern!