Heute ist der 24.04.2026. Der Oldenburger Energiekonzern EWE hat für das Jahr 2025 ein deutliches Minus in seinen Geschäftszahlen verzeichnet. Auf der jährlichen Bilanzpressekonferenz, die am Donnerstag stattfand, wurde bekannt gegeben, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern auf 568,8 Millionen Euro gesunken ist, was einem Rückgang von 10% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies ist ein durchwachsenes Ergebnis, das die Sorgen um die Stabilität der Energiepreise in Deutschland weiter anheizt.
Die Gründe für das Minus sind vielfältig. Ein Hauptfaktor war das schlechte Windjahr 2025, das zu geringeren Einnahmen aus der Stromerzeugung führte. Auch das Gasspeichergeschäft lief schlechter als im Vorjahr. Händler hatten aufgrund der angespannten Weltlage weniger Anreize, Gas zu kaufen und einzulagern, weshalb EWE auf seinen Gaskapazitäten sitzen bleibt. Aktuell sind die bundesweiten Gasspeicher zu weniger als einem Viertel gefüllt, was die Situation zusätzlich verschärft.
Erwartungen für die Verbraucher
EWE-Chef Stefan Dohler erwartet, dass die Gaspreise steigen werden, jedoch nicht in dem Ausmaß wie zu Beginn des Ukrainekriegs. Insbesondere EWE-Kunden müssen mit höheren Preisen rechnen, wobei Details zur Preiserhöhung für Privatkunden bislang noch nicht bekannt gegeben wurden. Neue Geschäftskunden zahlen bereits höhere Preise, was die Unsicherheit für Verbraucher weiter verstärkt.
Die aktuelle Marktlage zeigt, dass der europäische Gaspreis bei rund 45 Euro pro Megawattstunde liegt, während er zum Höhepunkt der Energiekrise mehr als das Vierfache betrug. Je länger der Konflikt im Nahen Osten andauert, desto höher könnte der Gaspreis steigen. EWE wirbt daher für eine strategische Gasreserve für Deutschland, um zukünftige Engpässe besser abfedern zu können.
Strompreise und erneuerbare Energien
Im Gegensatz zu den Gaspreisen wird der Strompreis voraussichtlich stabil bleiben. Dies liegt vor allem daran, dass der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland relativ hoch ist. Dennoch warnt der Landesverband Erneuerbare Energien vor möglichen Milliarden-Verlusten durch geplante Gesetzesänderungen, die Projekte im Land ausbremsen könnten. Geplante neue Windparks nördlich von Borkum und Norderney könnten im Frühjahr 2027 in Bau gehen, was eine positive Perspektive für die Branche darstellen könnte.
Die Debatte um das Fracking von Schiefergas, das in Deutschland verboten ist, wird von der CDU neu entfacht. Dies könnte die zukünftige Energiepolitik und die Strategien zur Energieversorgung in Deutschland maßgeblich beeinflussen und ist ein weiteres Indiz für die Komplexität der aktuellen Situation im Energiesektor.
Insgesamt zeigt sich, dass EWE mit einem herausfordernden Geschäftsjahr 2025 konfrontiert ist und die kommenden Monate entscheidend dafür sein werden, wie sich die Energiepreise und die allgemeine Marktlage entwickeln werden. Für Verbraucher bleibt es wichtig, die Entwicklungen genau zu beobachten und sich auf mögliche Preissteigerungen einzustellen.
Weitere Informationen zu den Geschäftszahlen von EWE finden Sie in diesem Artikel: NDR und auch hier: Buten un Binnen.