Aida Jabbari eröffnet Friseursalon in Rotenburg – Ein neues Kapitel für Migranten im Handwerk
In Rotenburg (Wümme) gibt es bald einen neuen Anlaufpunkt für die Schönheitspflege! Aida Jabbari, eine talentierte Friseurmeisterin, eröffnet am 1. Juli 2026 ihren eigenen Salon. Darin wird sie nicht nur Haare schneiden und frisieren, sondern auch ein Stück Identität für ihre Kunden schaffen. Der Salon, genannt „Aida – your hair, your identity“, wird im ehemaligen Geschäft Rob & Luis seinen Platz finden. Das ist nicht nur ein neuer Job für Jabbari, sondern auch ein aufregendes Kapitel in ihrem Leben, das 2018 mit ihrer Ankunft in Deutschland begann.
Die junge Frau hat in ihrer verkürzten Ausbildung, die sie 2023 als Beste im Landkreis abschloss, bemerkenswerte 18 Zertifikate gesammelt. Nach der Meisterprüfung im Jahr 2025, die sie ebenfalls erfolgreich absolvierte, ist sie nun bereit, ihre Vision umzusetzen. Aida Jabbari möchte mit ihrem Salon einen positiven Beitrag zur Rotenburger Gemeinschaft leisten. Sie plant, eine Atmosphäre des Respekts und der Gleichheit zu schaffen und insbesondere familienfreundliche Angebote sowie Rabatte für Mütter mit Kindern einzuführen. Ab 2027 sollen sogar kosmetische Behandlungen wie Augenpflege und Make-up in ihr Angebot aufgenommen werden – klingt nach einem echten Rundum-Service!
Die Herausforderungen einer Migrantin im Handwerk
Doch der Weg zur Selbstständigkeit ist nicht immer einfach. Der Meisterzwang im deutschen Handwerk stellt für viele Migranten, wie auch für Jabbari, ein großes Hindernis dar. Es ist nicht nur die Sprache, die oft eine Herausforderung darstellt – viele Migranten haben Schwierigkeiten, Ausbildungsgänge zu folgen, vor allem wegen unzureichender Informationen zur Anerkennung ihrer ausländischen Qualifikationen. So ist es nicht verwunderlich, dass nur 4,5 % der in Deutschland registrierten Handwerksbetriebe von selbständigen Handwerkern mit Migrationshintergrund geführt werden. Trotz dieser Hürden zeigt Jabbari, dass es möglich ist, mit Entschlossenheit und harter Arbeit seine Träume zu verwirklichen.
Jabbari, die anfangs keine Sprachkenntnisse hatte und als Physiotherapeutin und Lehrerin im Iran arbeitete, hat intensiven Deutschunterricht genommen und die B2-Prüfung bestanden. Ihre Geschichte ist ein ermutigendes Beispiel dafür, wie Migrantinnen und Migranten, trotz der oft schwierigen Umstände im Handwerk, ihren Platz finden können. Viele Migranten stellen 7,6 % aller Selbständigen, jedoch weniger als 5 % der Handwerksbetriebe. Das zeigt, dass es ein großes Nachholpotenzial gibt.
Handwerk als Integrationsmotor
Das Handwerk in Deutschland hat eine besondere Rolle inne. Mit etwa 560.400 Handwerksunternehmen und 5,4 Millionen Beschäftigten ist es ein wichtiger, wenn auch kleiner Teil der deutschen Volkswirtschaft. Handwerkerinnen sind unverzichtbar für die energetische Sanierung von Wohngebäuden, die Installation von Heizungen und die Bereitstellung von Lebensmitteln. Tatsächlich kommen fast ein Drittel (30 %) aller Auszubildenden in Deutschland aus dem Handwerk – eine Branche, die auch vielen Jugendlichen mit Migrationshintergrund Integrationsmöglichkeiten bietet.
Die Herausforderungen, die Aida Jabbari und viele andere Migranten im Handwerk erleben, sind Teil einer größeren Problematik, die das Handwerk insgesamt betrifft. Ein Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und sinkende Ausbildungszahlen führen zu einer Fachkräfteknappheit. Der Zentralverband des deutschen Handwerks schätzt, dass rund 250.000 Handwerkerinnen fehlen werden. Es wird zunehmend wichtiger, Migranten als Teil der Lösung dieser Herausforderung zu betrachten.
Die Geschichte von Aida Jabbari ist nicht nur die Eröffnung eines neuen Friseursalons; sie steht auch für den Wandel und die Chancen, die Migranten im deutschen Handwerk suchen und finden können. Sie sucht derzeit nach zwei Mitarbeitern für ihren Salon und plant, am 1. August eine Auszubildende einzustellen. Das klingt nach einem vielversprechenden Start für ihre Unternehmung und ein Gewinn für die Gemeinschaft in Rotenburg!
Für weiterführende Informationen über die Herausforderungen, die Migranten im Handwerk erleben, kann diese Quelle konsultiert werden. Auch der Zentralverband des deutschen Handwerks bietet nützliche Einblicke zu diesem Thema.
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