Heute ist der 18.07.2026 und in der Stadt Salzgitter gibt es spannende Neuigkeiten aus der Stahlindustrie. Der Stahlhersteller Salzgitter AG hat seine Jahresprognosen nach einem starken ersten Halbjahr und der Komplettübernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) nach oben korrigiert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) für das Jahr 2026 wird nun auf 725 bis 825 Millionen Euro geschätzt, was eine erhebliche Steigerung von zuvor 100 Millionen Euro darstellt. Ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag des Anstiegs wird auf die Konsolidierung des Zukaufs HKM zurückgeführt. Auch die Umsatzprognose wurde auf rund 10,0 Milliarden Euro angehoben, was einer Erhöhung um eine halbe Milliarde Euro entspricht. Die Salzgitter-Aktie reagierte positiv und stieg um bis zu 5 Prozent.

Im ersten Halbjahr betrug der Außenumsatz 4,6 Milliarden Euro, was leicht unter dem Vorjahreswert liegt. Trotzdem stieg das EBITDA von 117 Millionen Euro auf beeindruckende 459 Millionen Euro. Ein entscheidender Faktor für diesen Anstieg ist der gewachsene Beitrag der Beteiligung Aurubis, die 193 Millionen Euro beisteuerte, im Vergleich zu 72 Millionen Euro im Vorjahr. Die Fusion mit den Hüttenwerken Krupp Mannesmann ist nicht nur ein finanzieller Erfolg, sondern hat auch strategische Auswirkungen auf die gesamte Branche.

Fusion und Transformation

Die Übernahme der HKM in Duisburg zu 100 % ist ein bedeutender Schritt, der die Anzahl der Hochofenbetreiber in Deutschland von fünf auf vier reduziert. Salzgitter ist damit die Nummer zwei in der deutschen Stahlindustrie und plant am Standort Duisburg eine große grüne Transformation. Das sogenannte Salcos-Projekt sieht vor, Hochöfen schrittweise durch wasserstoffbasierte Direktreduktionsanlagen zu ersetzen. Außerdem soll ein Elektrolichtbogenofen installiert werden, um die CO2-Emissionen drastisch um 90 % zu senken. Diese Investitionen sind nicht nur für die Umwelt wichtig, sondern auch für die Wettbewerbsfähigkeit von Salzgitter auf dem globalen Stahlmarkt.

Die Verträge zur Übernahme wurden am 8. Juli 2023 unterzeichnet, jedoch wurden keine Details veröffentlicht. Kurzfristig wird der erste Hochofen abgeschaltet, und langfristig ist auch der zweite Hochofen betroffen. Dies wird die Produktionskapazität von 5 Millionen Tonnen Roheisen auf 2 Millionen Tonnen reduzieren. Die Belegschaft wird voraussichtlich von 3000 auf 1000 Mitarbeiter bis 2028 reduziert, wobei Salzgitter betont, dass diese Veränderungen sozialverträglich gestaltet werden sollen.

Herausforderungen der Branche

Die deutsche Stahlindustrie steht vor gewaltigen Herausforderungen, insbesondere in der Klima-Transformation. Es wird geschätzt, dass Milliarden in diesen Umbau investiert werden müssen. Allerdings gibt es kaum Abnehmer für grünen Stahl, und politische Antworten auf diese Probleme fehlen bislang. Die Stahl-Holding Saar in Dillingen zeigt, dass es große Baustellen gibt, an denen bis zu 2000 Bauarbeiter und 32 Kräne im Einsatz sind. Für die nächsten Jahre sind Investitionen in Höhe von fünf Milliarden Euro geplant, wovon 2,6 Milliarden Euro Fördergelder vom Bund und Land kommen.

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Ab 2029 soll in neuen Anlagen grüner Stahl produziert werden. Zunächst wird Erdgas eingesetzt, bevor auf Wasserstoff umgestellt wird. Doch die Anforderungen an die Stromversorgung sind hoch, und der subventionierte Industriestrompreis wird als unzureichend kritisiert. ArcelorMittal hat bereits Milliarden an Fördergeldern für den Umbau abgelehnt, da sich der Umbau ihrer Meinung nach nicht lohnt. Thyssenkrupp AG zeigt sich ebenfalls zurückhaltend und sucht einen Käufer für die Stahlsparte.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl warnt vor unfairen Importdruck und hohen Energiekosten, die die Hersteller in Deutschland stark belasten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen entwickeln werden. Die EU-Kommission plant, das CO2-Zertifikate-System abzuschwächen, während die Bundesregierung auf eine Verlängerung kostenloser CO2-Zertifikate drängt. Die Herausforderung ist groß, aber die Entwicklung in Salzgitter könnte ein Lichtblick für die gesamte Branche sein.

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