In Salzgitter, einer Stadt, die oft im Schatten ihrer größeren Nachbarn steht, brennt in dieser Woche vom 4. bis 10. Mai die Luft vor Veranstaltungen. Da ist wirklich für jeden etwas dabei! Das Programm bietet eine bunte Mischung aus Kultur, Geschichte und vor allem: jede Menge Spaß. Und wer weiß, vielleicht entdeckt man ja auch ein neues Hobby oder kommt mit der Stadtgeschichte näher in Kontakt.
Am 6. Mai kann man das Hüttenwerk bei Salzgitter Flachstahl besichtigen. Zwischen 12.30 und 15.30 Uhr öffnet sich die Tür zu einem der bedeutendsten Industrieunternehmen der Region. Aber aufgepasst! Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren, also sollten sich Eltern gut überlegen, ob sie ihre kleinen Abenteurer mitnehmen. Anmeldungen laufen über die Tourist-Information Salzgitter – entweder telefonisch unter 05341/9009940 oder per E-Mail an info@tourismus-salzgitter.de. Wer in einer Gruppe von mindestens 15 Personen kommt, sollte sich direkt bei Salzgitter Flachstahl melden (Tel: 05341/213442). Der Preis für die Teilnahme beträgt 18 Euro pro Person.
Geschichte und Unterhaltung
Am nächsten Tag, dem 7. Mai, wird es dann ernst: Ein Vortrag über die KZ-Vergangenheit Salzgitters steht auf dem Programm. Historiker Bernhard Strebel wird um 17.30 Uhr im Saal der Alten Feuerwache in Salzgitter-Lebenstedt seine Ergebnisse zur Geschichte des KZ-Außenlagers Drütte vorstellen. Ein Thema, das zum Nachdenken anregt und für viele sicher auch emotional sein wird.
Comic-Fans aufgepasst! Am 9. Mai findet in der Stadtbibliothek Salzgitter-Bad der Gratis-Comic-Tag statt. Von 9 bis 13 Uhr können Besucher in die Welt der Comics eintauchen. Über verschiedene Verlage gibt es kostenlos Comics – und der Eintritt ist natürlich frei! Wer schon immer mal in die bunten Seiten eintauchen wollte, hat hier die perfekte Gelegenheit.
Das Museumsfest und der Europatag im Schloss Salder am 9. und 10. Mai setzen dem Ganzen die Krone auf. Zum ersten Mal wird hier der Europatag gefeiert. Das Programm wird von Martina Buttler moderiert und verspricht eine tolle Mischung aus Reden, Live-Musik und historischen Darstellungen. Für die Kleinen gibt es ein abwechslungsreiches Kinderprogramm – von Lernwerkstätten über Puppentheater bis hin zu Ponyreiten. Und das Beste: Der Eintritt ist frei! Parkplätze gibt es auf der Fuhse-Wiese, und wer lieber mit dem Bus fährt, kann die Linien 612 und 613 nutzen, die an der Haltestelle „Museumsstraße“ halten.
Kabarett und mehr
Den Abschluss der Veranstaltungswoche bildet ein Kabarettabend mit Peter Vollmer in der Wasserburg Gebhardshagen am 10. Mai. Sein Programm „Es gibt ein Leben über 60“ beginnt um 18.30 Uhr. Tickets gibt es im Vorverkauf für 20 Euro, an der Abendkasse sogar für 22 Euro. Ein Abend voller Lachen und guter Laune – das klingt doch vielversprechend!
Doch während Salzgitter mit seinen Veranstaltungen glänzt, gibt es in der Stahlindustrie auch Schattenseiten. Beispielsweise gibt es in Tarent, Süditalien, das größte Stahlwerk Europas, das seit den 1960er Jahren gesundheitsschädliche Stoffe in gefährlichen Mengen ausstößt. Die Emissionen erfolgen in unmittelbarer Nähe zu dichtbesiedelten Wohnvierteln, was die zuständigen Behörden nicht unberührt gelassen hat – dennoch wurden bisher keine Maßnahmen ergriffen, um das Problem zu lösen. Diese Situation wird in einem 2023 produzierten Film behandelt, der die Chronik eines langen Versagens beleuchtet, wie unter hier zu sehen ist.
Wenn wir über die Stahlproduktion sprechen, müssen wir uns auch der Tatsache bewusst sein, dass sie weltweit einer der größten Verursacher von Treibhausgasen ist. Die Emissionen entstehen entlang der gesamten Prozesskette, von der Kohlenförderung bis zur Weiterverarbeitung. Die Industrie steht vor der Herausforderung, ihre Produktionsprozesse grundlegend umzustellen, um Emissionen zu reduzieren. Lösungen wie die Nutzung von klimafreundlichem Wasserstoff scheinen vielversprechend, doch die Realität sieht oft anders aus. Immerhin planen Unternehmen wie Salzgitter und Stahl Holding Saar, kohlebasierten Hochöfen durch neue DRI-Anlagen zu ersetzen – ein Schritt in die richtige Richtung, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Mehr dazu findet man auf dieser Webseite.