In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde in Stade wieder einmal ein Einbruch verübt. In der Harsefelder Straße hebelten unbekannte Täter die Terrassentür einer Doppelhaushälfte auf. Das Erschreckende: Eine 86-jährige Bewohnerin schlief im Obergeschoss und bekam von dem Geschehen nichts mit. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf mehrere Hundert Euro, der genaue Wert des Diebesguts ist jedoch noch unklar. Das ist nicht der einzige Vorfall in der Region, denn bereits am Sonntag, dem 3. Mai, wurde in der Hohenfriedberger Straße zwischen 13 und 18.30 Uhr ein Einbruch verübt. Hierbei nutzten die Täter eine Schaufel, um die Terrassentür eines Mehrfamilienhauses aufzubrechen und verursachten einen Schaden von rund 1.000 Euro. Am Mittwoch gab es zudem einen gescheiterten Einbruchsversuch in der Stargarder Straße zwischen 11.30 und 16.15 Uhr. Die Polizei bittet alle Zeugen, sich unter der Telefonnummer 04141/102215 zu melden, um den Tätern auf die Spur zu kommen.

Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis Stade insgesamt 138 Einbrüche erfasst, was den zweitniedrigsten Wert der letzten zehn Jahre darstellt. Dennoch wurden bei diesen Einbrüchen Werte in Höhe von 363.833 Euro erlangt. Besonders häufig entwendet werden Schmuck und elektronische Geräte, während Begegnungen zwischen Tätern und Opfern eher selten sind. Die Polizei rät dazu, bei Verdacht auf einen Einbrecher umgehend die 110 zu wählen. Auch die Nachbarn werden aufgefordert, wachsam zu sein und verdächtige Beobachtungen zu melden. Die Initiative „K-Einbruch“ empfiehlt, Vorgärten einzuzäunen und Gartentüren abzuschließen. Kletterhilfen wie Mülltonnen und Gartenmöbel sollten weggesperrt werden, um Einbrechern keine Möglichkeit zu geben, sich Zugang zu verschaffen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass Zugangswege zum Haus gut beleuchtet sind, idealerweise mit Bewegungsmeldern.

Aktuelle Kriminalstatistik

Die Situation in der Region wird durch die neuesten Zahlen der Polizeiinspektion Stade untermauert. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 11.260 Straftaten erfasst, was einen Anstieg von 879 Taten (+8,47%) im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Damit liegt dieser Anstieg über dem Trend der Polizeidirektion, die landesweit einen Anstieg von 5,57% verzeichnet. Die Polizeiinspektion Stade hat den zweithöchsten prozentualen Zuwachs innerhalb der Polizeidirektion Lüneburg und verzeichnet Fallzahlen, die leicht über dem zehnjährigen Mittelwert von 11.023 Taten liegen. Die Aufklärungsquote beträgt 64,28%, was die vierthöchste in der Polizeidirektion Lüneburg darstellt. Allerdings ist diese Quote im Vergleich zum Vorjahr um 0,31 Prozentpunkte gesunken.

Ein Blick auf die bundesweite Lage zeigt, dass Wohnungseinbruchdiebstähle in Deutschland nach der Corona-Pandemie wieder zugenommen haben. 2023 wurden etwa 119.000 Diebstähle in oder aus Wohnungen gemeldet, wobei ca. 77.800 Fälle als gewaltsames Eindringen klassifiziert werden. Es ist der höchste Stand seit 2019, jedoch über 50% niedriger als 2015. Besonders in städtischen Bundesländern wie Bremen, Berlin und Hamburg ist das Risiko für Einbrüche höher, während Bayern die niedrigste Rate aufweist. Die Aufklärungsquote für Wohnungseinbruchdiebstähle lag 2023 bei nur 14,9%. Ein alarmierender Trend, der nicht nur materiellen Schaden, sondern auch Verletzungen des Sicherheitsgefühls und der Privatsphäre zur Folge hat. Die psychischen Folgeschäden bei den Opfern sind oft nicht zu unterschätzen. In Anbetracht dieser Entwicklungen ist es besonders wichtig, dass sich die Bewohner*innen in Stade und Umgebung nicht nur auf die Polizei verlassen, sondern auch selbst aktiv werden, um ihr Zuhause zu schützen.