Heute ist der 6. Juni 2026, und die Nachrichten aus Niedersachsen überschlagen sich. Während die Welt auf die „Interschutz“ in Hannover schaut, gibt es tragische Neuigkeiten. Ein Feuerwehrmann ist nach einem Wettkampf verstorben, und das wirft einige Fragen auf. Er kollabierte während der „FireFit European Championships“ – ein Wettbewerb, der extreme körperliche Belastungen für die Teilnehmer mit sich bringt. Der Notarzt Frank Eisenblätter, der als Zuschauer anwesend war, sprang sofort über die Absperrung, um zu helfen. Trotz der Anwesenheit eines Sanitätsdienstes und eines Notarztfahrzeugs, das allerdings nur als Ausstellungsstück diente, fehlte ein wichtiges Gerät: das Videolaryngoskop. Eisenblätter merkte an, dass die ersten drei bis vier Minuten entscheidend für eine Wiederbelebung sind.
Leider kam die geeignete Notfallversorgung erst nach einigen Minuten. Die Deutsche Messe AG erklärt, dass kein Notarztfahrzeug auf dem Messegelände vorgeschrieben sei und das Sicherheits- und Rettungskonzept in Abstimmung mit Feuerwehr, Polizei und Johannitern erstellt wurde. Laut der Messe trafen Notarzt und Rettungsmittel innerhalb der vorgesehenen Einsatzzeiten ein. Dennoch kritisierte Eisenblätter die Messe für die fehlende Notarztpräsenz, insbesondere bei der hohen Besucherzahl von 110.000. Die Polizei Hannover hat inzwischen ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, das jedoch bisher keine Hinweise auf eine strafbare Handlung ergeben hat. Der Feuerwehrmann verstarb nach Wiederbelebungsmaßnahmen im Krankenhaus. Innenministerin Behrens (SPD) stellte gleichzeitig eine Strategie für eine mehrjährige Planung auf der Messe vor.
Ein Blick auf die Rettungsdienste
Die Ereignisse in Hannover werfen ein Licht auf die allgemeine Situation des Rettungsdienstes in Deutschland. Alle vier Jahre wird eine bundesweite Analyse des Leistungsniveaus im Rettungsdienst durchgeführt, die im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erfolgt. Diese Analyse, die von der antwortING Beratende Ingenieure PartGmbB aus Köln durchgeführt wird, zeigt, wie wichtig eine gute Notfallversorgung ist. Im Zeitraum 2020/2021 wurden über 5 Millionen Einsätze (38 Prozent) als Krankentransporte verzeichnet, während rund 8,1 Millionen als Notfälle gezählt wurden. Dies verdeutlicht den enormen Druck, unter dem Rettungsdienste stehen.
Die Notfallrate stieg auf 97,3 Einsätze pro Jahr und 1.000 Einwohner, was fast einem Anstieg von 11 Prozent entspricht. Dabei ist es alarmierend, dass die Notarztrate um 25 Prozent gesenkt wurde. In den metropolitanen Stadtregionen wurden über 5,8 Millionen Einsätze verzeichnet, und die mittlere Hilfsfrist lag bei 8,7 Minuten. Das sollte uns zu denken geben. Auch wenn die meisten Einsätze in akzeptablen Zeiträumen durchgeführt werden, bleibt die Frage der Notfallversorgung in Großveranstaltungen wie der Interschutz weiterhin ein kritisches Thema. Ein weiterer Bericht für den Zeitraum 2024/25 ist bereits geplant, und wir können nur hoffen, dass die Lehren aus diesen tragischen Vorfällen rechtzeitig in die Planung einfließen.
