Heute ist der 19.04.2026 und wir werfen einen Blick auf die inspirierenden Geschichten zweier ukrainischer Abiturientinnen, die vor etwa drei Jahren nach Deutschland kamen. Arina Shyrkova (19) und Anastasiia Vodianytska (20) nehmen derzeit am Zentralabitur in Niedersachsen teil. Ihre Reise begann in der Heimatstadt Charkiw, wo sie Familie und Freunde zurückließen, um in Wilhelmshaven ein neues Leben zu beginnen. Insbesondere Arina vermisst ihre Großeltern, ihre Katze und die vertrauten Gesichter ihrer Heimat.
Beide Schülerinnen leben mit ihren Eltern und einer Schwester in Wilhelmshaven und haben sich, trotz anfänglicher Schwierigkeiten, gut am Neuen Gymnasium eingelebt. Ihr Engagement im Volleyballverein half ihnen, neue Freundschaften zu schließen und sich in die neue Umgebung zu integrieren. Ihr Mathelehrer und Tutor, Felix Braun-Munzinger, zeigt sich stolz auf die Fortschritte, die Anastasiia mit einem Notendurchschnitt von 2,6 und Arina mit 2,9 erzielt hat.
Pläne für die Zukunft
Anastasiia, die einen Onkel in Deutschland hat, der sie seit etwa zehn Jahren unterstützt, plant eine Ausbildung zur technischen Produktdesignerin und hat bereits einen Ausbildungsplatz gefunden. Arina hingegen möchte das deutsche Abitur ablegen, um ihre Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen. Sie strebt ein Architekturstudium an und benötigt dafür ein Praktikum. Beide Frauen haben große Pläne und möchten nach dem Abitur nach Oldenburg ziehen, um ihre Zukunft aktiv zu gestalten.
In Niedersachsen gibt es derzeit auch andere interessante Entwicklungen im Bildungsbereich. So haben Abiturienten aus Osnabrück einen Toleranz-Wettbewerb gewonnen und zeigen ihre Plakate in der Innenstadt und in Bussen. Diese Initiativen zeigen das Engagement junger Menschen für ein respektvolles Miteinander.
Ein Blick auf aktuelle Herausforderungen
Allerdings gibt es auch Herausforderungen im Bildungssystem. Im Jahr 2025 wurden beim Abitur Zahlen vertauscht, und im Jahr 2024 wurden Abitur-Unterlagen gestohlen. Diese Vorfälle werfen Fragen zur Sicherheit und Integrität der Prüfungen auf. Zudem erhielt Dalyan Unland nach einem Abitur mit der Traumnote von 0,7 im Netz Anfeindungen, wofür ein 40-Jähriger nun zur Strafe verurteilt wurde. Solche Zwischenfälle zeigen, dass der Druck auf Schülerinnen und Schüler hoch ist und dass Erfolge nicht immer ungeteilte Freude mit sich bringen.
Die Geschichten von Arina und Anastasiia sind jedoch ein Lichtblick. Sie stehen für den unermüdlichen Willen und die Entschlossenheit junger Menschen, die trotz aller Widrigkeiten ihre Träume verfolgen. Ihre Erfolge im deutschen Bildungssystem sind nicht nur persönliche Meilensteine, sondern auch ein Zeichen für Integration und Hoffnung in einer Zeit, in der viele Herausforderungen zu bewältigen sind. Weitere Details zu ihren Geschichten können in einem Artikel auf NDR nachgelesen werden (NDR).