Heute ist der 16.05.2026 und in Verden, Deutschland, hat sich etwas Spannendes getan. Der Fachtag „Mann in der Krise“ wurde ins Leben gerufen, um auf die dringenden Bedürfnisse von Männern in Krisensituationen aufmerksam zu machen. Ein Thema, das oft in den Hintergrund gedrängt wird, aber gerade in Zeiten von Trennung oder Gewalt von enormer Bedeutung ist. Denn, wie es auf Weser-Kurier heißt, mangelt es in Verden an spezifischen Hilfsangeboten für Männer.
Rund 35 Teilnehmer fanden sich zusammen, um die Problematik zu diskutieren und Lösungen zu finden. Organisiert wurde das Ganze von den Gleichstellungsbeauftragten Kathrin Packham und Kerstin Blome sowie Günter Bergmann vom Sozialverband Deutschland. Diese Experten, darunter auch Björn Süfke und Joachim Kleen, machten deutlich, dass die bestehenden Beratungskonzepte oft zu stark auf Frauen fokussiert sind. Dies führt dazu, dass Männer sich in Krisensituationen oft allein gelassen fühlen.
Die Herausforderungen für Männer
Die Statistiken zeigen, dass Männer nach Trennungen häufig stärker leiden und ein höheres Risiko für Suchterkrankungen und Suizid haben als Frauen. Das Klischee des starken Mannes, das in unserer Gesellschaft so fest verankert ist, setzt viele Männer unter Druck. Sie zögern, Unterstützung zu suchen, weil sie nicht dem Bild des „starken Versorgers“ entsprechen möchten, was wiederum ihre körperliche und psychische Gesundheit beeinträchtigen kann. Packham betont, dass das Patriarchat auch Männer belastet und dass es wichtig ist, stereotype Rollenbilder frühzeitig zu hinterfragen.
Ein eindringliches Beispiel lieferte Günter Bergmann, der von seinen eigenen Existenzängsten nach seiner Scheidung berichtete. Er erzählte, wie schwierig es ist, Anlaufstellen zu finden, die auf die besonderen Bedürfnisse von Männern zugeschnitten sind. In Oldenburg gibt es bereits die Beratungsstelle „Männersache“, die sich ausschließlich an Männer richtet. Solche Initiativen könnten auch in Verden zur Verbesserung der Beratungslandschaft beitragen.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Der Fachtag vermittelte nicht nur Grundlagen zur Sensibilisierung für diese Themen, sondern sollte auch dazu dienen, die Beratungsangebote in Verden auszubauen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es wichtig ist, die spezifischen Herausforderungen von Männern in Krisensituationen zu erkennen und darauf einzugehen. Männer erleben Krisen einfach anders – und das muss in der Beratung berücksichtigt werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die Gesellschaft hier gefordert ist, mehr Angebote zu schaffen, die auf die Bedürfnisse von Männern eingehen. Eine gesunde Gesellschaft kann nicht nur die Bedürfnisse einer Geschlechtergruppe berücksichtigen, sondern muss die Vielfalt der Erfahrungen und Herausforderungen in den Fokus rücken.
Für weitere Informationen zur Männergesundheit und den Herausforderungen, mit denen Männer konfrontiert sind, besuchen Sie die Website des Bundesgesundheitsministeriums.
