In Verden, Niedersachsen, gibt es spannende Neuigkeiten bezüglich der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. Diese plant den Neubau einer Zentrale, um den gegenwärtigen räumlichen Engpässen und der Auslagerung einiger Abteilungen entgegenzuwirken. In einem Interessenbekundungsverfahren, das im November 2025 vom Niedersächsischen Landesamt für Bauen und Liegenschaften eingeleitet wurde, zeigte die Verdener Kreisbaugesellschaft Interesse daran, das neue Gebäude zu errichten. Diese Entwicklung gibt Anlass zur Hoffnung, da die Polizeiinspektion seit langem auf eine adäquate Dienststelle wartet.
Der geplante Standort für die neue Polizeizentrale befindet sich an der Lindhooper Straße in Verden, direkt neben dem Kreishaus. Landrat Peter Bohlmann äußerte sich optimistisch über die Pläne, während Innenministerin Daniela Behrens betonte, dass das Verfahren noch am Anfang stehe. Aktuell führt der Landkreis Verden Gespräche mit der Stadt Verden und der Niedersachsenshallen GmbH zur Verfügbarkeit des Grundstücks. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Kreisverwaltung macht diesen Standort besonders attraktiv.
Hintergrund und Herausforderungen
Der Neubau würde einen lange gehegten Wunsch der Polizeiinspektion erfüllen, da die derzeitige Dienststelle Am Burgfeld nicht ausreichend Platz bietet. Viele Abteilungen sind in andere Gebäude im Stadtgebiet ausgelagert, was die Abläufe unnötig kompliziert macht. Der damalige Innenminister Boris Pistorius hatte 2022 eine Absage erteilt und dem Projekt aufgrund fehlender Budgetmittel keine Hoffnung gegeben.
Die Situation ist jedoch nicht isoliert zu betrachten. Niedersachsen hat mit einem erheblichen Sanierungsstau bei Polizeidienststellen zu kämpfen, dessen Kosten auf etwa 353 Millionen Euro geschätzt werden. Innenministerin Behrens erklärte, dieser Sanierungsbedarf sei durch unzureichende Investitionen in den letzten 20 bis 30 Jahren entstanden. Daher wird der Neubau in Verden nicht nur als notwendig, sondern auch als Teil eines größeren Sanierungsplans angesehen.
Finanzierung und Zukunftsausblick
Die Chancen für den Neubau werden unterschiedlich bewertet. Während Behrens die Notwendigkeit einer genauen Prüfung des Finanzierungsmodells betont, ist Bohlmann optimistisch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Projekts. Der Neubau könnte zudem die Kosten für die derzeitige Unterbringung der Polizei reduzieren. Im aktuellen Haushaltsplan für 2024 sind bereits 80 Millionen Euro für die Sanierung aller landeseigenen Gebäude vorgesehen, was darauf hindeutet, dass die Landesregierung die Problematik ernst nimmt.
Zusätzlich sind weitere 31 Millionen Euro für die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen und 16 Millionen Euro für das Polizeikommissariat Peine eingeplant. Die CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag hat ebenfalls gefordert, mit Investoren zusammenzuarbeiten und mehr Geld für Mieten bereitzustellen, was zeigt, dass es auch alternative Finanzierungswege gibt, die geprüft werden.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Das Interesse an einem Neubau in Verden könnte der erste Schritt in eine neue Ära für die Polizeiinspektion darstellen, die dringend modernisierte Räumlichkeiten benötigt. Die Entwicklungen in Verden sind somit nicht nur für die lokale Polizei von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Region, die auf eine Verbesserung der Sicherheitsinfrastruktur hofft. Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie [hier](lesen).