Neue Integrationslotsen in Wilhelmshaven unterstützen Migrantinnen und Migranten
In Wilhelmshaven gibt es spannende Neuigkeiten! Hier haben sich 14 neue ehrenamtliche Integrationslotsen ausgebildet, die Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen wollen. Das Projekt wird vom Caritasverband Wilhelmshaven und der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) getragen und zeigt, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für die Integration ist. Die neuen Lotsen, darunter 12 Frauen und 2 Männer, bringen ihre eigenen Erfahrungen mit und sind somit bestens geeignet, um anderen zu helfen. Die Ausbildung umfasste rund 30 Stunden und fand über sieben Abendtermine statt, wobei der Fokus auf sozialen und kommunikativen Kompetenzen lag. Unter der Leitung von Dr. Monika Stamm und Rahel Kordecki wurde den Teilnehmenden viel Wissen vermittelt, während sie gleichzeitig Beruf, Sprachkurse oder Kindererziehung unter einen Hut bringen mussten.
Die Nachfrage nach Integrationslotsen hat zwar etwas nachgelassen, aber die Gesellschaft benötigt sie weiterhin. Norbert Witton, Vorstand des Caritasverbandes, überreichte den neuen Lotsen ihre Urkunden und hob die gesellschaftliche Bedeutung des Projekts hervor. Diese ehrenamtlichen Helfer spielen eine zentrale Rolle, indem sie Begleitung und Informationen über Angebote in der Stadt bereitstellen und Hilfestellung bei Behördenangelegenheiten leisten. In Wilhelmshaven erreichen sie rund 1500 Menschen mit Migrationshintergrund. Doch die Finanzierung des Projekts steht auf der Kippe: Die Landesregierung hat angekündigt, die Förderung mit der Einstellung des Integrationsfonds im Juli 2025 zu beenden. Eine Zwischenfinanzierung des Landescaritasverbandes sichert das Projekt vorerst, allerdings ist dies nur eine Notlösung. Aktuell endet das Projekt am 31. Dezember.
Integration von Migrantinnen in Deutschland
Die Herausforderungen der Integration sind nicht nur in Wilhelmshaven spürbar, sondern ziehen sich durch ganz Deutschland. Laut dem EMN Deutschland Paper, das sich mit der Integration von Migrantinnen beschäftigt, leben im Jahr 2021 rund 3,2 Millionen drittstaatsangehörige Frauen und knapp 11 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Diese Zahlen machen deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist. Besonders die Integration von Frauen ist oft durch verschiedene Herausforderungen geprägt, darunter ein Bildungsgefälle im Vergleich zu Personen ohne Migrationshintergrund.
Ein zentraler Punkt ist die Erwerbstätigenquote: Während diese für drittstaatsangehörige Frauen bei rund 44% liegt, sind es bei Männern 67%. Die Integrationspolitik hat sich das Ziel gesetzt, die Erwerbsbeteiligung von Migrantinnen und geflüchteten Frauen zu steigern, unterstützt durch Programme wie „Stark im Beruf“. Sprachkurse, die im Rahmen des BAMF angeboten werden, berücksichtigen dabei die speziellen Umstände und Betreuungspflichten von Frauen und Eltern. Ein wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird, sind die hohen Anerkennungsanforderungen für Qualifikationen in bestimmten Berufen und die fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die die Teilhabe an Integrationskursen erschweren.
Die Situation in Wilhelmshaven spiegelt somit einen größeren Trend wider, der auch in anderen Regionen Deutschlands sichtbar ist. Die Integration von Migrantinnen benötigt nicht nur individuelle Initiativen wie die der Integrationslotsen, sondern auch politische Maßnahmen, um die strukturellen Hindernisse zu beseitigen. Das EMN Deutschland Paper beleuchtet diese Aspekte und bietet einen umfassenden Überblick über den Integrationsstand, Herausforderungen und politische Ansätze zur Integration. Die Verfasser der Studie, Kaan Atanisev und Claudia Lechner, haben wichtige Erkenntnisse zusammengetragen, die für die Integrationspolitik von großer Bedeutung sind. Mehr über die Studie und ihre Ergebnisse kann man auf der Webseite des BAMF nachlesen: EMN Deutschland Paper zur Integration von Migrantinnen.
